Im Wettkampf

01.09.2010
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lebe (auch) ich von Kohlenhydraten. Von Zucker. Ganz unbedingt. Der Wettkampftag ist ein Kohlenhydrattag. Da bin ich extrem - offenbar noch viel mehr als Sie - fokussiert:

Das Frühstück in Hawaii war früher Weißbrot ohne Rinde mit Honig. Also möglichst schlackenfrei. Ich wollte ja beim Ironman keinen Stuhlgang haben. Inzwischen habe ich dazu gelernt: Auch zum Frühstück nur Power Gel o.ä. Und eine Stunde vor dem Wettkampf. Und bei Wettkampfbeginn. Und dann möglichst - schwierig, schwierig im Wasser - möglichst oft kleinste Schlucke Kohlenhydrate. Als Pulver in der Wasserflasche aufgelöst. Beim Laufen als Gel, von dem ich in einer kleinen Tasche so 10-15 Stück bei mir trug.

Will sagen: Der Wettkampf ohne Kohlenhydrate ist mir undenkbar. Weil ich natürlich - ganz wichtig! - mich immer an der oberen Leistungsgrenze oder darüber bewegt habe.

Solch Primitiv-Wissen, solche Selbstverständlichkeiten gelten natürlich nicht in der Wissenschaft. Da muss erst bewiesen werden. Und genau das hat Prof. Hulston von der Universität Birmingham 2009 getan. Er hat bewiesen, dass man an der oberen Leistungsgrenze mit Kohlenhydraten besser ist. In seinem Experiment: 11% besser.

Dass Leistungssportler auf dem Rad mit einem Kohlenhydratgetränk (5%, Glucose und Fructose) statt 218 Watt (mit Wasser) dann 242 Watt (mit Kohlenhydraten) treten konnten. Eine Stunde lang. Nennt man time-trial. Also volle Kraft voraus.

Ist natürlich, wie alles in der Sportmedizin, nur eine ungefähre, wischiwaschi-Aussage. Die haben in der einen Stunde volle Pulle alle 15 Minuten 150 ml dieser 5%-Lösung getrunken. Also doch recht wenig. Immer nur 7,5 g Kohlenhydrate. Aber immerhin.

Immerhin und recht realistisch, weil es - wissen Sie das? - recht schwierig ist, unter Voll-last überhaupt etwas zu sich zu nehmen.

Der praktische Rat: Bei Wettkämpfen über einer Stunde immer dann, wenn Sie trinken (Verpflegungsstelle) auch ein bisschen Kohlenhydratgel.

Wenn Sie mir die Bemerkung erlauben: Das war der Fehler von Dieter Baumann, dem Olympiasieger. Bei seinem ersten Marathonversuch in Hamburg. Der lief an der Obergrenze oder drüber. 35 Kilometer lang. Ohne diese kleinen Kohlenhydrathäppchen. Und dann war er ... leer. Musste stehen bleiben. Der Film dazu ist eindrucksvoll, ja bedrückend. Ich hätte ihm einen Sieg so gewünscht ...

 
 
 

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