In die Dielenritzen treten!

05.08.2019 | Strunz
 

…. möchte ein junger Mann die Kohlenhydrate. Und zwar verstärkt! Heißt übersetzt: Da ist jemand aufgewacht und wird von Tag zu Tag wacher.

Der junge Mann hat genau mein Alter und morgen Geburtstag. Deswegen schreibt er mir. Er sei nämlich:

 

fit
gesund
weil Läufer.

 

Und das verdanke er seinem Schöpfer. In erster Linie. Natürlich. Und ein kleines bisschen auch ein paar bestimmten Büchern sowie den News auf strunz.com. Die hätten wohl den Anstoß gegeben.

Sein Geheimrezept? L hoch zwei, nämlich Laufen und Lebertran. Und jetzt, neugieriger geworden,

 

futtere er immer mehr Nüsse, Kerne und trete die Kohlenhydrate verstärkt in die Dielenritze.

 

Resultat? BMI 20,85! Liebe Leserin, lieber Leser: Schluss mit lustig. Werden wir doch mal ernst: Wozu erzähle ich Ihnen seit 20 Jahren, dass am längsten lebt der Mensch mit BMI 20,0 bis 24,0. Und Sie wagen es, meine Praxis zu betreten mit BMI 26 und höher? Heißt doch übersetzt: Strunz, Sie sind ein Schwätzer. Ich leb auch so. Oder: Ich glaub´ Ihnen kein Wort, Doktor. Das sagen Sie mir sozusagen einfach ins Gesicht. Ohne Scham. Jeden Tag.

 

Das musste mal raus. Nicht nur Sie, auch ich bin ein denkendes Wesen. Bin aber genauso wie
Sie höflich und spreche nicht jeden Gedanken aus. Jetzt hab ich´s mal getan.

 

Doch zurück zu dem Jungspund, zu dem Geburtstagskind mit über 70: Der läuft also praktisch jeden Tag eine Stunde oder länger, hat einen Ruhepuls von 52 (was ist Ihre Zahl?) und sei „meistens guter Dinge“.

Wenn ich heute wieder die Zeitungen aufschlage und Todesanzeigen studiere, sind da viele genau aus dieser Altersgruppe. Die sind nicht „meistens guter Dinge“. Die haben´s hinter sich. Die kennen aber auch nicht das Geheimrezept L hoch zwei. Die futtern selten immer mehr Nüsse, und die treten auch keine Kohlenhydrate verstärkt in die Dielenritzen.

Immer noch gilt der ach so banale Satz: Jeder ist seines Glückes Schmied. Sie dürfen auch Unglück einsetzen.

Der handschriftliche Brief des Geburtstagskindes streichelt meine Seele. Denn der Herr bedankt sich schlussendlich mit den Worten:

 

„Sie bekommen einen/ den Fensterplatz im Himmel.“

 

Wunderschön. Danke.

 
 

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