Irrt die Natur?

29.10.2018
 

Schon mal nachgedacht? Wie ist es wohl möglich, dass in westlichen Ländern die Menschen gleichzeitig

  • einerseits an Osteoporose und Kalziummangel
  • andererseits an Gefäßverkalkung und kalziumhaltigen Nierensteinen leiden?

Seltsam. Nennt man das Calzium-Paradox. Denn tatsächlich weisen Menschen in den Ländern mit der höchsten Kalziumaufnahme (überwiegend aus Milch als Kalzium-Phosphat) die höchste Rate an Hüftfrakturen und Osteoporose auf.

Es scheint ganz so, als ob das lebensnotwendige Kalzium einfach nicht dort ankommt, wo es hin soll: anstatt in den Knochen landet es in den Gefäßen. Ein Irrtum der Natur? Oh, Ihr Menschlein.

Die Natur kann sich nicht irren. Nennt man Evolution. Irrtümer erledigen sich nämlich ganz rasch von selbst. Die sterben aus. Übrig bleibt das Richtige, Wahre, Gute, das Zähe, das Fitte, das Sozial-Mitmenschliche.

Glauben Sie nicht? Doch: Die Unfitten, die Fetten, die Kranken sterben doch früher. Oder? Und die Sozial-Unmenschlichen führen Kriege und rotten sich aus. Immer und immer wieder. Oder?

Kalzium also. Die Erklärung ist einfach und banal. Hat wieder mit sauer und basisch zu tun. Eine säurereiche Ernährung erhöht den Kalziumabbau aus den Knochen, erhöht die Kalziumausscheidung über den Urin und damit die Nierensteinbildung. Weshalb vermehrt Abbau im Knochen? Weil Kalzium benötigt wird als Puffersubstanz gegen die Säure. Gegen die übliche westliche Ernährung.

Zur Erinnerung: Tierisch macht sauer, pflanzlich macht basisch. Erschreckende Ausnahme:
das Brot. Macht ebenfalls sauer. Und Mehl gehört zur Hauptspeise der westlichen Welt.

Und wenn säurereiche Ernährung den Kalziumabbau im Knochen erhöht, fließt das Kalzium plötzlich vermehrt in Blutgefäße und Nieren und lagert sich hier ab, statt dem Knochenaufbau zu dienen. Das war´s auch schon.

Besonders heimtückisch unsere „die Milch macht´s“. Die Milch ist eine Kalziumquelle. Enthält gleichzeitig viel säurebildendes Phosphat. In dem Blut fällt also Kalziumphosphat aus: die Gefäße verkalken. Ein schleichender Prozess von frühester Jugend an.

Darf ich erinnern? An den ärgerlichen Herzchirurgen in München? Der sich darüber beschwert, dass er schon 18-jährige an den Herzkranzgefäßen operieren müsse. „Die Milch macht´s.“

Bessere Kalziumquellen sind, wie Sie genau wissen, Gemüse und Obst. Die enthalten nämlich auch – im Gegensatz zu Milch – basenbildendes Magnesium und Kaliumcitrat. Kein Zufall, dass ich persönlich seit Jahren täglich größere Mengen Brokkoli zu mir nehme.

Abhilfe?

Kennen wir. Entweder basisch essen (viel mehr Gemüse), entweder stressfrei leben (Stress macht Ihr Blut auf dem Umweg der Hyperventilation ebenfalls sauer) oder … biochemisches Wissen nutzen. Molekularmedizin.

  • Vitamin D. Ein Kalziumregulator. Erhöht die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung. Man kommt also mit weniger Brokkoli aus. Fördert Knochendichte, aber auch Muskelstärke (!!!).
  • Magnesium: Brauchen Sie, um Vitamin D aus den inaktiven in seine aktive Form umzuwandeln. Braucht aber auch das Vitamin D-bindende Protein, das für den Transport von Vitamin D im Blut zuständig ist.
    Noch einmal: Ohne genügend Magnesium bleibt Ihr Vitamin D nur gespeichert und inaktiv.
  • Vitamin K2: Hilft bei der erwünschten Kalziumeinlagerung in den Knochen, hemmt die Ablagerung von Kalzium an den Gefäßwänden. Wenn Sie so wollen: Vitamin K2 dirigiert Kalzium von den Gefäßen zurück in den Knochen.

Fazit: die in den westlichen Ländern übliche Fehlverteilung von Kalzium, nämlich raus aus den Knochen, hin an die Gefäßwand hat zur Folge, dass der Herzinfarkt die häufigste Todesursache genau dieser Menschen ist. Menschenwerk.

Soll heißen, richtig ernährt können Sie nicht an Ihren Blutgefäßen sterben. NEM´s sind selbstverständlich nicht unbedingt notwendig. Aber eben hilfreich. Machen das Leben ein wenig bequemer.

Quelle: „Einführung in den Säure-Basenhaushalt, Teil 3 von Dr. L. M. Jacob. In „Die Naturheilkunde“ 3/2018, Seite 46.

Dr. Jacob ist ein außerordentlich kluger, belesener Arzt, der es sich leisten kann, aufgrund seines Wissens vegan zu leben. Sie kennen ihn bereits (News vom 20.10.2015 und  21.10.2015).

 
 

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