Ist Depression eine Entzündung?

05.03.2019 | Strunz
 

Wir lernen. Täglich. Wir forschen, studieren, finden neue Zusammenhänge. Wenn das Ergebnis dann sogar praktischen Wert hat, horche ich auf. Bohre ich nach. Solch eine nützliche, neue Erkenntnis stammt von einem Dr. J. Meyer vom „Centre for Addiction and Mental Health“.


Der hat einfach mal 20 Patienten mit schwerer Depression in die Röhre geschoben. PET. Positronen Emissions Tomographie. Lässt entzündete Hirnregionen aufleuchten.

Und die Bilder verglichen mit den Befunden an 20 gesunden Patienten.

Gesucht hat er nach Entzündungszeichen. Tatsächlich hat man längst bei Depressiven im Blut versteckte Entzündung gefunden. Hat bisher aber noch nie ins Gehirn direkt geguckt.


Resultat: bei den depressiven Patienten fanden sich bei 30% verstärkte Entzündungszeichen direkt im Gehirn. Dabei war stärkste Entzündung auch bei stärkster Depression erkennbar. Das ging also Hand in Hand.

Weshalb dieser Befund so wichtig ist? Weil mehr als die Hälfte der Patienten mit schwerer Depression auf die üblichen Psychopharmaka überhaupt nicht ansprechen. Die Medizin ist bei solch armen Menschen also (wieder einmal) hilflos. Dieser Befund macht Hoffnung. Denn auf die Idee, depressive Menschen anti-entzündlich zu behandeln, war man bisher nicht gekommen.

Lese ich. Stimmt nicht.

Oft genug verschwindet Depression allein durch Nahrungsumstellung. Durch Verzicht auf Kohlenhydrate. Sie wissen ja (Uni Bonn/Sydney): Kohlenhydrate auch in kleinsten Mengen produzieren Entzündung, messbar im Blut; mit einiger Wahrscheinlichkeit also auch im Gehirn.

Drücken wir´s einmal ganz deutlich aus: Künstliche Kohlenhydrate, leere Kohlenhydrate, also Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Zucker, sind Gift. Auch für ´s Gehirn.

Ist es nicht ein großes Glück, dass der Mensch ziemlich viel Gift verträgt, bevor er umfällt? Der Beweis für diesen Satz kommt Ihnen auf der Hauptstraße soeben entgegen. Frisch aus dem Bäckerladen.

Quelle: JAMA Psychiatry, Jan. 2015 doi: 10.1001/jamapsychiatry.2014.2427