Ja, wenn ich Romanschriftsteller wäre

23.11.2015
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Stoff, ungewöhnlichen Stoff, bietet mir das Leben, bieten Sie mir jeden Tag. Spannend. Gefährlich. Voller Drohung und düsterem Leid. Selbstverständlich aber mit einem Happy End. Sonst würde ich nicht berichten.

Junges Ehepaar. Beide Skorpion, wie soll es sonst sein. Lassen Sie mich der Reihe nach berichten:

  1. Er. Sportlehrer. Seit einigen Jahren Kribbeln in den Fingern, den Füßen, im Gesicht, Muskelzuckungen, Schmerzen, Muskelschwäche, Lähmung. In seinen Worten: „Seit einem Jahr plagen mich Muskelprobleme von Zuckungen über Schmerzen bis hin zu Lähmungen. Werde von Arzt zu Arzt geschickt, habe aber weder eine Diagnose noch Therapieempfehlung erhalten.“ Und was soll ich dann? Kommt zu mir mit gelähmten rechten Bein. Seit einer Woche. Das Kribbeln lässt mich natürlich an Multiple Sklerose denken. Nur: Kernspin unauffällig, Lumbalpunktion unauffällig. Ach Kinder! Was tu ich in meiner Not? Molekularmedizin. Drei Monate später eine Mail: Es geht ihm super.

Fall abgeschlossen. Dürfen Sie ruhig Wunderheilung nennen. Mir ist das bloß peinlich: „Von Arzt zu Arzt geschickt“. Das sind doch keine Anfänger. Und dennoch… tja.


  1. Sie: Ein Jahr später. Weltelite im Triathlon. Völlig verzweifelt. CT: Tumor Oberbauch. Ihre Welt bricht zusammen. Was sie tun solle. Guck ich mir alles an und rate auch zur, na, zur Operation. Jetzt, 1 ½ Jahre später Mail aus San Diego: „Und da sitze ich jetzt in San Diego und bereite mich für den Ironman auf Hawaii vor… ich war zwischenzeitlich nie mehr krank und habe 7 Wochen nach der OP (damals) meinen ersten Halbironman auf dem 3. Platz beendet“. Ach ja: Der Tumor war 7 cm groß und gutartig.

Was lernen wir aus dem Ganzen? Mir jedenfalls ist klar:

  • Sportler, wirkliche Sportler überstehen auch schlimmste Krisen.
  • Jedenfalls besser als ein Sitzenbleiber. Ist das deutlich geworden?
  • Wer also nicht vorsorglich Sport, ich meine wirklich Sport betreibt, sollte sich danach bitte nicht beschweren. Wenn der Tumor bösartig ist. Und ihn auffrisst.
  • Sollte sich nicht beschweren, wenn dann wirklich Multiple Sklerose herauskommt und er im Rollstuhl…
  • Ach ja: Und Molekularmedizin scheint auch so ein Dreh- und Angelpunkt. Übersetzt: Bluttuning. Optimierung des Körpers. Sie verstehen mich ja immer besser.

PS: Genau das Thema des neuen Buches „BLUT“. Soll wirklich erst Januar erscheinen.

 
 
 

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