Kalorien

11.03.2014
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Auch das, was jetzt folgt, wird Jahre, Jahrzehnte brauchen, bis es sich herumgesprochen hat. Dabei erklärt diese neue Einsicht erstmals und schlüssig, weshalb die Menschen sich mit dem Abnehmen so schwer tun. Weshalb Diäten so oft versagen. Weshalb man sich als dicker Mensch bei diesem Thema eigentlich nur ärgern kann. Wir sind nun einmal alle so erzogen: Es gelten die Gesetze der Thermodynamik. Heißt: Dick wird, wer mehr Kalorien hineinschaufelt, als er verbraucht. Leuchtet jedem ein. Also werden Kalorien gezählt. Resultat:

Die Menschheit wird immer dicker.

In einer zusammenfassenden Arbeit betont Manninen schon 2004 klar und deutlich:

In der Sprache der Biologie ist eine Kalorie ganz sicher nicht eine Kalorie.

Mit Biologie meint er Sie, den Menschen. Nun führt er  Arbeit für Arbeit auf, in welcher bewiesen wird, dass es eben nicht auf die Kalorieneinsparung ankommt, wenn man schlanker werden möchte, sondern dass das Einsparen von Kohlenhydraten entscheidend ist.
Noch präziser: Eine Low Carb Diät kann ruhig mehr Kalorien aufweisen als eine Low Fat Diät, und wirkt trotzdem besser. Besser heißt beispielsweise, man nimmt 17 Kilo (LowCarb) ab anstatt 2 Kilo (LowFat). Da finden sich auch so Sätze wie

Willett und Leibel haben herausgefunden, dass Fettverzehr im Bereich von 18 Prozent bis zu 40 Prozent täglich keinen oder kaum einen Effekt auf das Körperfett hat“. Völlig neue Töne!

Ganz Amerika hat sich ja bemüht, dass Nahrungsfett zu reduzieren. Und hat ja wirklich 3 bis 4 Prozent geschafft. USA-weit. Resultat: Bevölkerung wurde fetter.

Des Rätsels Lösung liegt in hormonellen und enzymatischen Veränderungen, die durch die Low Carb oder besser No Carb Diät angestoßen werden. Am einfachsten erklärt man das Ganze mit der spezifisch dynamischen Wirkung. Erinnern Sie sich?

Foertsch in seiner Doktorarbeit schon 1968: Eiweiß zehrt. Essen Sie beispielsweise 210 g Eiweißpulver, dann verlieren Sie 400 bis 500 eigene Kalorien. Nicht: Gewinnen Sie! Eiweiß zehrt.

Eine Kalorie ist eben nicht eine Kalorie. Der Mensch als biologisches System ist „thermodynamisch eben nicht im Gleichgewicht“. Sagt uns die Biochemie. Aber wie einleitend schon bemerkt: Bis sich das bei deutschen Ernährungsexperten rumspricht...

Quelle: J Int Soc Sports Nutr. 2004; 1(2): 21-26

 
 
 

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