Kalzium und Magnesium

23.08.2013
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Zwei Mineralien. Zwei Salze. In der Hand des kundigen Arztes Geheimwaffen. Beide helfen bei „ich bin innerlich so unruhig“. Magnesium besser als Kalzium. Kalzium wiederum unerlässlich bei Allergie, Juckreiz, quälendem Durchfall wegen Nahrungsmittelunverträglichkeit usw. usw.

Beide Salze kann man im Blut messen und so auch hohe Dosen verantwortlich verschreiben. Viele von Ihnen habe ja am eigenen Leibe erfahren, wie viel Magnesium es über lange, lange Zeit braucht, bis der Blutspiegel einmal die gewünschte Höhe erreicht hat. Und Freiheit eingetreten ist, Freiheit von Migräne, von Tinnitus, vom innerlichen Kribbeln usw.

Kalzium und Magnesium verschreibe ich häufig – notgedrungen – gemeinsam. Und bekomme prompt und regelmäßig Anrufe. Werde aufgeklärt, dass die beiden Salze nicht zusammen eingenommen werden dürften. Das hätte der Apotheker nämlich gesagt. Und warum nicht? Weil sie sich gegenseitig in der Aufnahme behindern würden.

Klingt einem Chemiker logisch. Beide sind sogenannte zweiwertige Salze. Man kann sich tatsächlich vorstellen, dass die sich im Darm gegenseitig behindern.

Apothekern nehme ich diese Warnung übel. Weil ich, wie so oft, möglichst nur über Dinge spreche, die ich persönlich erfahren und durchgemessen habe. Ich habe an mir persönlich gezeigt, dass Einzelsalze wie auch beide gemeinsam zu gleichen Blutspiegeln führen. Das war`s eigentlich.

Klingt logisch: Hat der liebe Gott das Kalzium in den Apfel und das Magnesium in die Birne gesteckt? Also schön getrennt? Weil die sich in der Aufnahme behindern? Ich weiß davon nichts. Und dass Apotheker glauben, klüger zu sein als der liebe Gott… Ich weiß nicht.

Drum bin ich dankbar für den Forumbeitrag am 26.04.13. Wo eine wissenschaftliche Arbeit zitiert wird (J Am Col Nutr, Vol.13, No.5, 485), die sich mit dieser Frage beschäftigt. Man hätte die gegenseitige Hemmung zwar bei der Ratte bewiesen, beim Menschen aber sei dies eben nicht der Fall. Erfreulich die präzise Angabe:

„Selbst Magnesiummengen von 800 mg hatten noch keinen negativen Einfluss auf die Kalziumresorption; umgekehrt störten auch 2 Gramm Kalzium die Magnesiumresorption nicht“.

Genau. In der Natur finden Sie beide Salze fröhlich nebeneinander in Ihrer Nahrung. Hoffentlich.

 
 
 

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