Kennen Sie Houellebecq

20.04.2015
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Laut SPIEGEL der „aufregendste Schriftsteller unserer Zeit“. Sein Roman „ Unterwerfung“ führt die Bestsellerlisten in Frankreich, Deutschland und Italien an. Wurde in 32 Länder verkauft.

Houellebecq beschreibt. Treffend. Meine ich wörtlich. Sein zentraler Satz:

„200 Jahre lang haben die Menschen im Westen geglaubt, ohne Gott und ohne vorgegebene Ordnung auskommen zu können, aber die versprochene Freiheit hätten sie in ihrer Hybris nicht erreicht und schon gar nicht gemeistert“.

„Ohne Gott“: Kann man drüber reden: Einverstanden. Aber „ohne vorgegebene Ordnung“? können sie in ganzen Stadtteilen in Berlin besichtigen. Können sie in den Vororten von Paris besichtigen. Und genau dieser so präzise beobachtende Schriftsteller schreibt doch tatsächlich:

Spiegel: Die Politiker und die Journalisten kriegen in Ihrem Buch am meisten Hohn und Verachtung ab. Sie lassen sie als eine Bande von Hanswursten auftreten. 

Houellebecq: Das entspricht doch den Tatsachen. Als ich vor gut drei Jahren aus dem Ausland nach Frankreich zurückkam, ist mir als Erstes aufgefallen: Der sich verbreiternde Graben zwischen den Menschen, die ihre Wirklichkeit erleben und erfahren, und den Eliten, die ihnen erzählen, wie sie die Wirklichkeit sehen sollen“.   

Tja. Was erzählt man uns über Griechenland? Wie wir das gefälligst zu sehen haben? Als Eurorettung. Ich weiß nicht, ich weiß nicht: Jedes 6-jährige Mädchen, das sein Taschengeld verwalten darf, weiß es besser, oder?

Bringt uns zum Thema: Zwei Berufsgruppen werden angesprochen. Das mit den Politikern finde ich gar nicht schlimm. Das setzt man schließlich voraus. Und wissen sie was: Die Herrschaften hört man nicht. Die reden ja nur in ihren eigenen Zirkeln. Sie wissen davon gar nichts.

Das Schlimme sind die Journalisten. Die machen´s öffentlich. Die plauschen darüber. Die plappern´s nach. Und wenn es  dpa gebracht hat, dann bringen´s plötzlich alle Zeitschriften. Und in der nächsten Woche wieder. Und das breitet sich aus.

Für mich so tragisch nachzuvollziehen in der Medizin. Unser medizinisches Wissen ist das der Journalisten. Und das gilt auch für Ärzte. Ein mich kritisierender Internist, selbst Marathonläufer, bezog all seine Argumente aus dem deutschen Ärzteblatt. Wollte nicht verstehen, dass dort Journalisten sitzen. Die Schrottstudien lesen und verkürzt weitergeben.  Auch dieser kritische Internist hatte sein Wissen also von … Journalisten.

Genau das habe ich Ihnen in den letzten Monaten, Jahren hier in den News ja gezeigt. Deutschland holt sich sein Medizinisches Wissen aus den Zeitungen. Aus Focus, aus Spiegel  usw.                    

Resultat: Verzweiflung. Zunahme von Krankheit. Pessimismus.

Um Sie und mich aufzuwecken, habe ich den Vergleich mit dem Dritten Reich gewählt. Präzise der gleiche Vorgang. Nicht die Handvoll Politiker war´s… die haben wir gar nicht gehört. Nein: Das Radio, die täglichen Zeitungen waren´s. Einseitige Hetzpropaganda. Tagtäglich. Woche für Woche, Jahr für Jahr.

Irgendwann musste das Volk, also wir, ja einknicken. Und haben´s dann schlussendlich auch getan. Identischer Vorgang: Die heutige Medizin. Journalisten: „Eine Anti-Krebsdiät gibt es nicht“. 

 
 
 

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