Knüppeldicke

18.11.2009
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Es wird brenzlig. Zunehmend ungemütlich. Für Bäcker, Bauern und die DGE. Denn die Forschung, die wissenschaftliche Forschung jetzt auch der Leibniz-Institute (14.200 Mitarbeiter, darunter die DIFE in Potsdam) schießt sich auf die Kartoffel ein. Auf das Brötchen. Von welchen die Deutschen ja täglich 30 Millionen verzehren.

Geschossen wird hochwissenschaftlich. Gen-wissenschaftlich. Endlich einmal wird nicht mehr geraten oder Menschen nur befragt, sondern objektiv gemessen:

Und zwar an den Insulin-produzierenden Zellen, den Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. In diesen lebenswichtigen Zellen konnte gezeigt werden, dass Kohlenhydrate Gene aktivieren, die wiederum den oxidativen Stoffwechsel in den Mitochondrien, den Kraftwerken Ihrer Zellen stimulieren.

Jetzt kommt's: Kohlenhydrate aktivieren also bestimmte Gene, und diese verursachen mehr freie Radikale. Diese

"Stimulation des oxidativen Stoffwechsels führt zu übermäßigem ... oxidativen Stress. Der Stress lässt die Zellen schneller altern und damit auch früher sterben. Damit zeigen unsere Daten, so der Studienleiter Dr. Al-Hasani, dass Kohlenhydrate besonders in Zusammenhang mit einer fettreichen Ernährung kritisch zu sehen sind. Sie schädigen die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und begünstigen so Diabetes".

Pommes also. Kohlenhydrate in Fett gebadet. Das ideale Beispiel. Brat-Kartoffeln. Das Butterbrot. All das, was wir seit Kindheit gewohnt sind. Handfeste Kost eben. Pures Gift. Zivilisationsgift. Nachzulesen in Diabetologica online 2009 (Dreja, T. et al.).

Wenn man das obige Zitat noch einmal langsam liest und mitdenkt, graust einen. Wir sind alle, auch ich, einem grundlegenden Irrtum aufgesessen. Den man in den letzten Jahren eher gefühlsmäßig, mit dieser Arbeit allerdings unwiderleglich, eindeutig wissenschaftlich als letztendlich tödlich erkannt hat.

Interessant: In einem Kommentar zu dieser (mich sehr wohl erschütternden) Arbeit wird das ganze Dilemma klar: Da wird nachgedacht über Kartoffeln. Und philosophiert, dass man ja eigentlich (eigentlich) diese Messungen ernst nehmen müsste. Also Kartoffeln verbieten müsste. Weil Kartoffeln aber ja Grundnahrungsmittel sind, also wichtig sind, wohl auch für die Volkswirtschaft kann eine Warnung vor Kartoffeln

allenfalls für Risikopersonen diskutiert werden

Können Sie dem logisch folgen? Der Normalmensch darf/muss also erst krank werden. Risikopatient werden, bevor er gewarnt werden darf. Meinen die.

Hier bricht gerade ein Ernährungsgebäude zusammen. Und Sie sind Zeuge.

 
 
 

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