Konzentration

17.11.2006
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Ist das Geheimnis aller wirklich erfolgreichen Menschen Und wie steht es um Ihre Konzentration? Um das Verweilen im Augenblick – ohne das nörgelnde Männchen im Ohr? Sind Sie mit allen Sinnen bei der Sache? Oder können Sie die parallel laufenden Kinofilme in Ihrem Kopf nicht abschalten? Sind hilfloser Zuschauer? Dann ist Ihnen meditieren wahrscheinlich fremd.

Meditation ist der Königsweg zu einem fitten Geist und höchster Konzentration.

Darum fangen wir unten an der Aufmerksamkeitsskala an: Wann haben Sie sich das letzt Mal eine Blume angeguckt? Ich meine so richtig. Mit allen Sinnen. Mal dran geschnuppert. Die Blätter befühlt. In die Farbe eingetaucht. Können sie sich ganz und gar in ein Bild versenken? Abtauchen? Die Umgebung vergessen, die Alltagssorgen aussperren? Nicht einfach in unseren reizüberfluteten Welt ... Die Zahl der Menschen wächst, denen es beim besten Willen nicht mehr gelingt, längere Zeit bei einer Sache zu bleiben. In der Schule nennt man sie Zappelphilipp und füttert sie mit Ritalin. Und auch bei Erwachsenen diagnostizieren Psychologen immer öfter das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom.

Muss man denn alles auf einmal tun?

Konzentration? Nee. Alle machen Multitasking: Blättern in einer Zeitschrift, schauen mit einem Auge zum Fernsehen, sprechen mit dem Partner, knabbern Chips und trinken Bier, greifen zum Telefon, stellen die Waschmaschine an. Fernsehen und andere Medien haben ihr Angebot an unsere aufgeteilte Aufmerksamkeit angepasst. Den Serien und Shows kann man auch dann noch folgen, wenn man zwischenzeitlich minutenlang aussteigt – nicht nur in der Werbepause. Geistreich ist das nicht. US-Forscher untersuchten was effektiver ist: Multitasking oder eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen? Zu diesem Zweck ließen sie Versuchspersonen nach beiden Strategien Aufgaben lösen und maßen Die Leistung pro Zeiteinheit. Das eindeutige Ergebnis: Effektiver arbeitet, wer sich zunächst nur auf eine Aufgabe konzentriert und dann erst die zweite in Angriff nimmt. Also: Lernen Sie wieder, sich auf eine Sache zu konzentrieren – und Sie gewinnen an Lebensqualität und Konzentration.

Höchstleistung erfordert Konzentration

Wenn Sie Höchstleistung vollbringen wollen – egal ob im Sport, im Studium oder Beruf -, benötigen Sie volle Konzentration. Solange das, was Sie tun, neu und spannend ist, hält Sie die Begeisterung bei der Stange. Aber bleiben Sie auch während langatmiger Routinestrecken am Ball? Können Sie, wenn der Reiz des Neuen erlischt, Ihre Willenskraft mobilisieren?

Diese Konzentration kann man trainieren ... ein paar Übungen:

Aufsatz schreiben

Haben Sie in der Schule gemacht. Kann auch jetzt äußerst sinnvoll sein! Nehmen sie sich eineinhalb Stunden Zeit. Schalten Sie alle potentiellen Ablenkungen aus. Nehmen Sie einige Blätter Papier und Stift – kein Computer! Schreiben sie einen kleinen Aufsatz zu einem Thema, das Sie beschäftigt:

  • Was bedeutet für mich Erfolg?
  • Wie frei bin ich?
  • Wofür bin ich auf dieser Welt verantwortlich?
  • Da wird was Wunderbares rauskommen ... ohne Notendruck!

Einfach Zuhören

Lauschen Sie einem Hörspiel. Nicht beim Autofahren oder bei einer anderen Beschäftigung, sondern zu Hause, still sitzend, mit geschlossenen Augen. Sie werden feststellen, wie schwer es Ihnen fällt, bei der Handlung zu bleiben und Ihre Gedanken nicht abschweifen zu lassen. Es fällt uns schwer, nur zuzuhören. Aber man kann es wieder lernen. Wie? Das geheimnisvolle Wort heißt: Üben – oder: Tu es einfach.

Tanz mit rohen Eiern für Hektiker

Neigen auch Sie dazu, unter Zeitdruck fahrig, schusselig und hektisch, zu handeln? Dann entdecken Sie die Langsamkeit. Halten Sie ruckartig inne. Sagen Sie “Stopp!“ Visualisieren sie ein großes rotes Stoppschild vor Ihrem inneren Auge. Bremsen Sie nun das Tempo Ihrer Körperbewegungen ab. Bewegen Sie sich langsam, wie in Zeitlupe. Setzen Sie betont zögernd einen Fuß vor den anderen. Greifen sie mit der Hand so vorsichtig nach jedem Gegenstand, als handele es sich um ein rohes Ei. Sie werden merken: Nach weniger als einer Minute kehrt Ihre Aufmerksamkeit zurück. Das verringerte Tempo zwingt Sie, automatisierte Abläufe wieder bewusst zu erleben.

Ausdauer trainiert den Kopf

Nordic Walking, Laufen, Radfahren und Schwimmen trainieren nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Ausdauer. Wer nach einem Vierteljahr Trainingstatt 10 Minuten eine Stunde am Stück laufen kann, hat auch das Durchhaltevermögen des Kopfes auf das Sechsfache gesteigert.

Konzentrationsübungen für Zwischendurch

  • Kopfrechnen. Addieren Sie beim Einkaufen blitzschnell die Preise im Wagen zusammen.
  • Nehmen Sie einen Zeitungsartikel und lesen Sie drei Sätze rückwärts.
  • Klopfen Sie mit den Fingern der linken Hand im Marschtakt auf den Tisch, mit den Fingern der rechten Hand gleichzeitig im Walzerrythmus.
  • Bilden Sie Zahlenreihen nach einem beliebigen Prinzip und rechnen Sie diese Reihe im Kopf so weit wie möglich fort. Beispiel Quadratzahlen: 1, 4, 9, 16, 25, 36, 49 ... Oder vergrößern Sie den Abstand zwischen zwei Zahlen immer um 1: 1, 2, 4, 7, 11, 16, 22, 29 ...
  • Besitzen Sie eine Uhr mit Sekundenzeiger? Versuchen Sie, sich zwei Minuten lang allein auf die Bewegung des Zeigers zu konzentrieren, ohne laut mitzuzählen. Sobald Sie merken, dass Ihre Gedanken abschweifen – das Ganze noch einmal von vorne.

Sie wollen mehr über mentale Fitness, mehr über die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist erfahren? Dann lesen Sie das Buch „Das Mentalprogramm“ von Ulrich Strunz.

 
 
 

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