Krampfadern

05.01.2012
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Problem vieler Menschen. Besonders von Frauen. Der Arzt spricht von "chronisch-venöser Insuffizienz". Also der Tatsache, dass die Venen in der Wade erschlaffen, dass das Blut nicht rechtzeitig nach oben transportiert wird und in den Beinen versackt. Resultat: Dicke Beine. Häufig auch Entzündung. Ungut.

Abhilfe? Operationsversuch. In der Regel vergeblich, da die Ursache nicht beseitigt wird. Schulterzucken. Kompressionsstrümpfe.

Kompressionsstrümpfe liebe ich besonders. Wirken so sportiv. Die Philosophie dahinter: Resignation. Kann man nichts machen. Muss von außen gestützt werden.

Natur weiß es besser. Erstaunlicherweise gehen ja Natur und Wissenschaft Hand in Hand. Auf der anderen Seite steht, den Gegensatz bildet die Schulmedizin. Also Resignationsmedizin. Stimmt das wirklich?

Lesen wir einfach nach. In der Wissenschaft. In "Physiologie des Menschen" von Schmidt, Auflage 2010. Liegt bei meinem Töchterlein unter dem Kopfkissen. Papa hat es ausgeliehen:

"Anlagebedingt erweitern sich im Laufe des Lebens bei vielen Menschen die Venen, ein Vorgang, der durch langes Stehen auf der Stelle (z.B. bei Verkäufern) gefördert wird".

Resultat: Das Blut stockt. Dicke Beine. Aber lesen wir doch weiter:

"Werden durch die Kontraktion der Beinmuskulatur die darin befindlichen Venen zusammengepresst, so kann das Blut ... nur herzwwärts strömen. Bei rhythmischer Aktivität der Skelettmuskulatur mit Kontraktion und Erschlaffung wie sie z.B. beim Gehen auftritt, wird auf diese Weise Blut von Segment zu Segment zum Bauchraum hin gefördert".

Problem gelöst. Das Blut in den erweiterten Venen also bitte nicht stehen lassen, sondern nach oben transportieren. Durch Kontraktion der Beinmuskulatur. Der Vorschlag hier war: "Gehen".

Ich weiß nicht so recht. Setzt voraus, dass Muskeln vorhanden sind. Da habe ich berechtigte Zweifel. Ich sehe Ihre Beine ja täglich. Also heißt es in Wahrheit:

Erst Muskelaufbau
dann Muskeleinsatz

Sie haben verstanden. Man sollte verzweifelte Menschen mit Krampfadern nicht im Stich lassen. Man sollte ihnen zeigen, dass sie das Problem eigenständig lösen können. Mit minimalem Aufwand. Wie Sie wissen, schreibe ich nur über Dinge, die ich persönlich erlebt habe: Meine Frau hat nach 10 Tagen Radtraining auf Teneriffa (extreme Steigung 10-20%) ihre Beinmuskulatur sichtbar und messbar aufgebaut. Es genügen also 10 Tage.

Auch hier gilt es, Mut zu machen. Mit dem üblichen Ratschlag "zwei mal die Woche, mindestens ein halbes Jahr" schreckt man den Mitmenschen ab. Richtig heißt es: Täglich. Mehrmals. Nur 2-4 Wochen.

 

 

 
 
 

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