Kurz und knapp

14.02.2013
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Was erfahrene Lauftrainer schon immer wussten, wird heute von Biochemikern erklärt. Was man bisher also Laufexperten glauben musste, kann man heute schwarz auf weiß beweisen. Wenn es beispielsweise um die körperliche Ausdauer geht. Um den Marathon. Um den Ironman.

Biochemiker beweisen, dass man auch mit viel weniger (Zeitaufwand) ins Ziel kommen kann. Da spitz ich die Ohren:

Bekannt sei, meint Professor Gibala in Appl Physiol Nutr Metab.2009 Jun;34(3):428, bekannt also sei, dass sehr kurze, sehr intensive Muskelarbeit eine Enzymkette in der Zelle anstößt, die letztendlich zum Muskelwachstum führt. Klar. Deshalb gibt's im Fitnessstudio all diese Gewichte.

Dass man mit kurz, knapp und schmerzhaft auch die Ausdauer stimuliert...zeigt eine Messung von PGC-1alpha. Ein Enzymregulator. Der neue Mitochondrien wachsen lässt. Also Kraftwerke in Ihren Muskelzellen. Je mehr dieser Mitochondrien, desto ausdauernder sind Sie. Desto mehr Sauerstoff könnten Sie verbraten. Desto höher Ihr VO2 Max. Sie erinnern sich?

VO2 Max ist der entscheidende Parameter für Ihre sportliche Leistungsfähigkeit. Als Normalmensch haben Sie vielleicht 35, als sehr guter Sportler 65, Lance Armstrong hatte 82, Jan Ullrich 90 (wurde dennoch regelmäßig Zweiter. Na so etwas!).

PGC-1alpha wird stimuliert immer dann, wenn man Ausdauersport betreibt. Also trainiert. Das war längst bekannt. Neu nun, so Prof. Gibala, dass bereits

only 2 min of all-out cycling,

also nur 2 Minuten maximale Anstrengung auf dem Rad genügt, um diesen geheimnisvollen Enzymaktivator anzuheben. Das gilt "auch für intensives Intervalltraining", also etwas, was ich persönlich immer gehasst habe. Bewusst gemieden habe. Wie ich heute weiß: Mein Fehler.

Fazit: Kurzfristige, also 2 min. Maximalanstrengung genau so wie typisches Intervalltraining stimuliert das Wachstum neuer Kraftwerke in den Muskelzellen und damit die Ausdauer. Aber auch den Stoffwechsel: Die Fettverbrennung (fatty acid oxidation) steigt rapide an.

Sapperlott!

 

 

 
 
 

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