Länger Leben - wie langweilig!

09.02.2009
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Weltweit unbestritten ist die medizinische Tatsache, dass man das Leben von Säugetieren am effektivsten verlängern kann durch ... Kalorienrestriktion. Also durch Einschränkung der täglichen Kalorienzufuhr. In der Umgangssprache: Hungern. Dazu mein Kommentar:

  • 1.Hungern ist ein Missverständnis
  • 2.Nur länger leben? Das wäre langweilig. Hier geht's um viel mehr.

Zu 1.: Kalorienrestriktion im wissenschaftlichen Sinne geht ohne hungern. Geht mit vollem Bauch. Sie brauchen nur die neue Ernährungspyramide (Harvard Universität, 2001) auf den ersten zwei Stufen wörtlich zu nehmen. Wie in denNews am 23.01.09 auf www.strunz.com beschrieben. Und genau das ist gemeint: Höchstwertige Kost, voll mit essentiellen Nährstoffen, und dabei Weglassen von jeglichem Müll. Sie wissen schon, was ich meine.

Zu 2.: Und dann geht's los: Jeder normal denkende Mensch glaubt, wenn man dem Körper weniger Kalorien, weniger Energie zuführt, hätte man auch weniger Lebensenergie. Dann hat man das an Ratten ausprobiert. Und genau das Gegenteil beobachtet: Statt müde herumzusitzen, entwickelten die auf „strenger Diät“ lebenden Tiere eine unerwartete Vitalität. Sie hatten mehr Energie.

Für Sportler: In den Muskeln fanden die Wissenschaftler sogar mehr energielieferndes Glykogen.

Das Neue: Weniger Kalorien bremsen den Stoffwechsel nur vorübergehend. Dann passt sich der Organismus an. Die Fettmenge, aber auch die Körpermasse nehmen ab. Daraufhin haben die einzelnen Körperzellen sogar mehr Energie zur Verfügung als vorher. Denn: Die Stoffwechselvorgänge werden ökonomischer, die Regulationen effizienter.

Präziser: Der nach dem Essen im Blut zirkulierende Zucker (wichtig für den Sportler wie für den Hirn-arbeiter) lässt sich dann nämlich nicht nur mit weniger Insulin, sondern auch wesentlich genauer und bedarfsgerechter regulieren.

Mein Fazit: Kalorienreduzierte, also genetisch korrekte Kost bringt mehr, viel mehr Lebensenergie. Und dass man – wissenschaftlich unbezweifelt – auch noch länger lebt, ist ein eher langweiliges Nebenprodukt.

Lit: Schmitt, Homm: Handbuch ... S. 464. Kilian Verlag 2008