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Länger leben

18.04.2020 | Strunz
 

Nicht unbedingt der Wunsch der Menschheit. Wer kurz nachdenkt, wird eher anstreben, die Gesundheitsspanne zu verlängern. Dann freilich, im zweiten Schritt, so gesünder länger zu leben. Klingt vernünftig.

Dennoch ist der Begriff „länger leben“ korrekt. Denn um über 100 Jahre alt zu werden, dürfen Sie vorher nicht besonders viele gravierende Erkrankungen haben. Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt wohl eher nicht. Selten werden schwerkranke Menschen auch uralt. Zeigt uns ja soeben die Corona-Krise. Bei einem vollen Fass genügt eben oft ein einziger Tropfen (ein Corona-Virus), um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Ein halb leeres Fass, also ein gesunder älterer Mensch, verträgt die Virus-Attacke.

Länger leben also. Die am besten erforschten Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, sind heute


  • Hungern. Korrekt 60 -70 % weniger Kalorien jeden Tag, das ganze Leben.
    Tja. DEN Menschen zeigen Sie mir. WIR sind heute klüger. Eiweiß zählt nicht als energiespendende Kalorie. Dürften Sie aus dieser Rechnung streichen.
    Dann wird´s leichter. Sie könnten sich sättigen mit Reineiweiß und dennoch massiv Kalorien einsparen (Fett, KH). Freilich die Bedingung, die immer gilt: die essentiellen Stoffe (Vitamine und Co) müssen ausreichend vorhanden sein.

  • Das sogenannte „heterochronic parabiosis“. Heißt zum Beispiel Blutaustausch einer älteren Maus mit einer jüngeren. Igitt igitt. Kann aber auch heißen, dass man alte Mäuse in ein „young systemic environment“ buchsiert. Dann werden die jünger.
    Jetzt wissen Sie, weshalb ich viele Jahre im Club Lasanta, Lanzarote, meine Zelte aufgeschlagen hatte. Umgeben von hunderten jungen Leistungssportlern. Den ganzen Tag. Drum hab ich keine grauen Haare, wenn ich Ihnen hier lächelnd ein Geheimnis verraten darf.

  • Verpflanzung von jungen Eierstöcken in alte Mäuse hat die Lebensspanne gleich mal um 40 % verlängert. Tja. In der menschlichen Praxis?

  • Sport. Besonders Kraftsport. Eine der modernsten Formen, wieder jung zu werden (Melov 2007).

Die hier referierte Arbeit frägt nun, ob man nicht ein gemeinsames Element, ein verbindendes unter diesen Möglichkeiten, wieder jung zu werden, finden könnte. Und die sagen doch tatsächlich


ja, man kann.


Nach einiger biochemischer Vorarbeit finden die einen ganz speziellen Transkriptionsfaktor NFkB. Eine Art Genschalter. Dieser Transkriptionsfaktor steigt an mit dem Altern. Blockiert man ihn bei einer Maus zum Beispiel, wird die Maus eindeutig und klar wieder jung.


  • Weil das so schön klingt, die Originalzeichnung unten abgebildet. Beachten Sie bitte in der untersten Zeile die dritte Maus. Schöner kann man´s nicht bildlich ausdrücken. Forscher sind eben auch Kindsköpfe.

  • Transkription heißt ablesen und vervielfältigen der in Genen verankerten Information. Ein Transkriptionsfaktor führt uns von der Information im Gen hin zu den schlussendlichen Protein, dem Eiweißboten, der dann seine Wirkung entfaltet.

In der Zeichnung finden Sie oben drei schädliche und zwei nützliche Prinzipien. Die unseren Alterungsprozess beeinflussen. Die Gedanken dazu können Sie selbst entwickeln. Auch über Foxo und Sirtuine können Sie in diesen News nachlesen.

FAZIT: Altern ist ein aktives Programm, das man heute unterbrechen kann, um den Alterungsprozess zu stoppen, zumindest abzuschwächen. Und der Lebensstil ist ein entscheidender Faktor auf diesem Weg. Bewiesen für die Ernährung, bewiesen für das Thema Sport. Und das mit der „jungen Umgebung“ gefällt mir besonders.

Daher sitze ich nie, niemals und nimmermehr mit Gleichaltrigen abends beim Rotwein zusammen. Ich fahr lieber blitzeblau und röchelnd auf dem Radl hinter meiner deutlich jüngeren, klugen Frau her…

Zum Glück lässt sie sich manchmal erwischen. Zum Glück.

Quelle: Cell Cycle 7:5, 556-559; 1 March 2008


 
 

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