Landwirte wissen Bescheid

07.01.2015
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Hier geht’s ums Schlachtgewicht. Hat mit unseren geschmacklichen Vorlieben genauso zu tun wie mit dem Geld. Schlachttiere werden sehr wohl nach Gewicht verkauft. Also sollte „die Sau auch Fett ansetzen“. Versteht sich. Und wie macht man das? Lesen wir soeben im Forum am 04.12.2014:

„Um auf ein ausreichendes Schlachtgewicht zu kommen muss die Sau auch Fett ansetzen. Schließlich soll Wurst draus gemacht werden. Und wie macht man das? Na klar. Man füttert Getreide hinzu. Dann wird das Tier schön massig, schwammig, fettig. So wie wir es später auf dem Teller gern mögen. Ja, die Landwirte wissen Bescheid“.

Das Prinzip kennen wir von der Stopfleber. Eine monströse Fettleber bei der Gans. Erzielt ausdrücklich nicht durch Fett, liebe DGE, liebe Sprecherin Antje Gahl, eben nicht durch Fett, sondern durch ausgesprochen fettarme Kost. Durch Kohlenhydrate. Die Gans wird mit Getreidekörnern gestopft.

Und die Sau? Desgleichen. Getreide macht das Tier „schön fettig“. Eben nicht Fett

Weshalb ich den Satz immer und immer wieder betone? Weil Sie soeben in allen Zeitungen ausführlich über die Schulspeisung lesen konnten. Über die Tatsache, dass unsere Kinder in der Schule sub-optimal ernährt werden. Nämlich schlecht. Sicherstes Zeichen: Das Durchschnittsgewicht unserer Kinder steigt. Bei einer Sau würde man sagen, wie wir soeben gelernt haben, die „setzt Fett an“. Und wie es dort funktioniert, wissen wir genau.

Bei der Kritik an der deutschen Schulspeisung wird selbstverständlich als Vorbild, als Richtlinie die DGE zitiert. Und Frau Antje Gahl zitiert. Neben „bitte mehr Obst und Gemüse“ folgt also unweigerlich immer das Wort „Getreide“. Verbrämt als Vollkorn. Aber eben immer noch Getreide.

Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass das Krebsrisiko nicht einfach so durch mehr Zucker, sondern durch die glykämische Last, also die Gesamtmenge an Kohlenhydraten (ob nun weißes Mehl oder Vollkorn, völlig gleichgültig) ansteigt.

Aber was ist schon Wissenschaft gegen eine deutsche Fachgesellschaft. Es geht ja bloß um unsere Kinder. Bloß.

 
 
 

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