Laufen und Formel I

12.09.2011
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kann fast das Gleiche sein. Meinte jedenfalls Ayrton Senna, der früh verstorbene Weltmeister, im Jahre 1992. Weil seine Worte auch Ihre Seele verzaubern ... könnten, gebe ich sie wörtlich wieder:

Frage: Gibt es so etwas wie Lust am Laufen für Sie?

Senna: O ja. Ich erinnere mich an einen Abend auf einer kleinen menschenleeren Insel. Es war ein völlig unberührter Strand, dazu ein traumhafter Sonnenuntergang, und ich begann ganz einfach zu laufen. Bis ans Ende der Insel, dann wieder zurück, und was ich sah, waren nur meine Fußspuren. Sonst nichts. Da spürte ich ein ganz besonderes Glücksgefühl, und ich lief weiter und weiter. Immer härter, immer schneller, eine Stunde lang im tiefen Sand. Es war unbeschreiblich schön, und es war ein ganz besonderer Tag. Die Insel habe ich mir wenig später gekauft.

Frage: Haben Sie vergleichbare Erlebnisse auch im Rennwagen?

Senna: Es ist mir zum Beispiel bei Trainingsläufen in Monte Carlo einmal passiert, dass ich wie in Trance in eine neue Dimension hineingefahren bin. Es war so ein Gefühl, als ob ich mich in einem Tunnel befände, in dem ich immer schneller wurde. Und tatsächlich wurden meine Rundenzeiten immer schneller: Zuerst eine, dann eineinhalb, dann zwei Sekunden vor der Konkurrenz. Ich hatte das Gefühl, als könnte ich auf diesem Niveau ewig so weiter fahren. Es war plötzlich eine andere Art von Bewusstsein. Über diesen Gedanken bin ich regelrecht erschrocken. Es war, als wäre ich plötzlich wachgeworden. Ich habe dann das Auto schnell an der Box abgestellt und hatte an diesem Tag keine Lust mehr zu fahren.

Leben im Hier und Jetzt. Leben im Flow. Leben in seiner reinsten, schönsten Form. Leben. Als Spötter, der ich nun einmal bin, fällt mir auf, dass Senna über diesen Moment der Höchstleistung erschrocken ist. Der kannte das vorher also gar nicht.

Auch der aber hat sich täglich für Höchstleistung bezahlen lassen. Sie offenbar bisher nie erbracht.

Über solche Zusammenhänge auch im deutschen Arbeitsalltag denke ich häufig nach. Ungleichgewicht erzeugt Unzufriedenheit. Gleichgewicht, durchaus beruhend auf Einsatz, Disziplin, Anstrengung, kann glücklich machen. Siehe dazu News (www.strunz.com 02.03.11).

 

 

 

 

 

 
 
 

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