Leben ist ein Wunder

19.01.2019
 

Vielleicht sollten Sie doch ab und zu den Kopf vom Schreibtisch heben. Ab und zu Ihr Denken vom Finanzamt lösen. Gelegentlich besser über das Wunder nachdenken, dass Sie zwei gesunde Kinder haben. Die fröhlich um Sie herumspringen. Ein Wunder?

Der Mensch wacht wohl immer erst dann auf, wenn es ihm schlecht geht. Wenn er schwer krank wird. Wenn er – wie mir dies dankenswerterweise geschah – praktisch eines Unfalltodes stirbt. Dankenswerter Weise. Auch ich bin erst so wirklich aufgewacht.

Und empfinde das Wunder des Lebens Tag für Tag für Tag. Jeden Morgen aufs Neue. Falls Sie solch ein persönliches Erlebnis noch nicht hinter sich haben, lassen Sie mich doch einmal etwas Wissenschaft, etwas Naturwissenschaft in Ihr magisches Denken bringen. Magisch? Sie glauben doch wirklich, das Leben sei ein Zufall. Aber noch einmal ganz langsam.

 

„Die konventionelle Geschichte des Lebens auf der Erde – die Theorie von Urknall und der Evolution – verlangt von uns zu glauben, dass vor langer Zeit genau die richtigen Umstände in genau der richtigen Weise und genau zur rechten Zeit eintraten, um genau die richtige Umwelt für die richtigen Kräfte zu schaffen, die dann perfekte Atome bildeten und diese zu den Elementen zusammenfassten, die die ersten Moleküle des Lebens gebaren.

Als wäre es nicht schon eine enorme Herausforderung, von uns zu verlangen, an diese unwahrscheinliche Reihe von Ereignissen zu glauben, werden wir auch noch aufgefordert anzunehmen, dass dieses erste Molekül des Lebens überlebte, gedieh, sich unzählige Male vervielfachte und diversifizierte und schließlich im Laufe der Zeit mit Hilfe einer anpassungsfähigen, als „Überleben des Stärksten“ bekannten Strategie triumphierte, um jene Körper hervorzubringen, die uns befähigen, das Leben zu führen, das wir heute leben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Reihe von Ereignissen tatsächlich eintrat, ist so gering, dass sie unmöglich erscheint.

 

    • Der Chemiker und Nobelpreisgewinner Ilya Prigogine stimmte dem zu: „Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass organische Strukturen und die äußerst genau harmonisierenden Reaktionen, die lebende Organismen auszeichnen, durch Zufall entstehen könnten“, sagte er, „liegt bei null.“
    • Vor seinem Tod im Jahr 1989 berechnete der Schweizer Mathematiker und Physiker Marcel Goly, dass die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Entstehung selbst des einfachsten lebendigen Proteins bei 1 zu 10450 liegt.
      • Der Pflanzenphysiologie und frühere Leiter der Universität von Utah Frank Salisbury berechnete die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines gewöhnlichen DNA-Moleküls auf 1 zu 10600.

Diese riesige Zahl verdeutlicht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das erste DNA-Molekül durch Zufall gebildet hat. Ich hebe diesen Punkt deshalb hervor, weil Wissenschaftler generell bei Wahrscheinlichkeiten von 1 zu 10110 (oder einer noch geringeren Möglichkeit) das Eintreten eines Ereignisses für so unwahrscheinlich halten, dass es unmöglich ist.

 

      • Der englische Astronom Sir Fred Hoyle und der Astrobiologe und Mathematiker Chandra Wickramasinghe schätzten die Chancen sogar noch weitaus geringer ein, nämlich auf weniger als 1 zu 1040000, auf der Basis der Anzahl bekannter Enzyme, von deren Notwendigkeit für das Leben man weiß, und der Wahrscheinlichkeit ihrer zufälligen Entstehung.

Wenn wir anfangen, über derart geringe Chancen zu sprechen, werden die Zahlen selbst nahezu bedeutungslos.

Für Nichtmathematiker beschrieb Hoyle diese atemberaubenden Statistiken als Äquivalente eines Tornados, der über eine Müllhalde hinwegfegt und aus verstreuten Trümmern einen Düsenflieger vom Typ Boeing 747 zusammensetzt.“

 

Unmöglich. Sagt uns die Wissenschaft. Nicht ein Guru, nicht ein Mönch, nicht ein Religionslehrer. Die Wissenschaft!

Tja. Was dann? Kein Wunder, dass fast jeder Nobelpreis-gekrönte Physiker des vorigen Jahrhunderts im Alter… religiös wurde.

Quelle: Gregg Braden „MENSCH: GEMACHT“