Lebenserwartung

17.10.2018
 

Chirurgen denken treffsicher und rasch. Müssen sie. Denken Sie nur einmal an einen Notfall während
der Operation…. wer da erst Bücher wälzen muss…. wenn also ein Chirurg mir seine Gedanken zur
Lebenserwartung per mail mitteilt, dann passe ich auf. Und Sie?

          „Musste doch letztlich innerlich lachen, als ich in mehreren Onlinemedien Überschriften a la
          „Lebenserwartung in Deutschland und anderen Industrienationen sinkt“ (T-online) las.
          Und wieder einmal eine logische Entwicklung, die ich schon länger prognostiziert hatte.
          Es ging dabei um eine Studie von Forschern der Princeton University, welche im BMJ
          veröffentlicht wurde. Die Ursachen für die USA waren schnell ausgemacht:

                    •     Opioidkrise (ca. 170/d Todesfälle)
                    •     Alkohol (Neu???)
                    •     Suizide (Neu???)


          Tja….??? Für Europa und Deutschland:
                   •      Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
                   •      Nervensystem
                   •      Psychische Störungen
                   •      Grippewelle
                   •      Schmerzmittelmissbrauch
                   •      Überdosierung von Medikamenten“

Mein Kommentar dazu (Strunz): Opioidkrise. Dürften Sie kaum etwas damit anfangen können. News
vom 09.01.2018
wird vom Normalbürger komplett unterschätzt. Alkohol und Suizide…. schienen
dramatisch zugenommen haben bei der Jugend. Deshalb sinkende Lebenserwartung des gesamten
Volkes. Daher also der Artikel in der „New York Times“ über Lithium (News vom 25.06.2018). Aaaa ja.
Und in Deutschland? Schmerzmittelmissbrauch. Räumt offenbar eine ganze Generation ab.
Überdosierung von Medikamenten. Hätten wir wieder unsere geliebte Pharmaindustrie.
Außerordentlich hilfreich. Wir sind eh zu viele auf diesem Globus.
Aber weiter im mail-Text:

              „Wenn ich an die (Kriegs- und Nachkriegs-) Generation meiner Großeltern und Eltern denke,
              dann weiß ich eins mit Sicherheit: Die mussten sich  viel bewegen und hatten wenig
              Lebensmittel. Man musste regional essen, was es saisonal so gab und Überfluss war eher die
              Ausnahme. Das sind die Generationen, die älter und älter wurden.

              Dass in der heutigen Zeit große Teile der Bevölkerung sich immer weniger „artgerecht“
              verhalten, wird in den nächsten Jahrzehnten sicherlich immer deutlicher werden. Viele sind
              in jeglicher Hinsicht satt. Natürlich führt das zu obigen Problemen.

             Und dann? Es wird wieder Studien geben, die den Ursachen auf den Grund gehen sollen. Und
             die meisten unserer Kollegen? Die werden im System der staatlichen Gesundheitsversorgung
             weiterhin an den Symptomen herumdoktern.

             Eigentlich lächerlich. Wo doch alles so einfach und deutlich zu sehen und verstehen ist.
             Oder?“

Recht hat er. Und er ist froh, dass er als Unfallchirurg oft mit schicksalshaften Problemen konfrontiert
wird. Ein Chirurg kann nämlich helfen. In der Regel. Der handelt und bewirkt sichtbar. Außerdem
scheint der Kollege sich in Schmerztherapie auszukennen. Mit Erfolg.

PS: Zum Schluss legt er seinen Finger neben meinen in die bekannte Wunde: Er spricht vom „dicken
Orthopäden, der von übergewichtsbedingter Arthrose spricht“. Auch hier hat er Recht. Dass die
Kollegen diesen Mut besitzen….

Der Arztberuf ist eben nicht ein beliebiger. Wurde schon in der Antike als „heilig“ bezeichnet.

 
 

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