Leider lohnt Anstrengung

10.03.2009
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Sie alle kennen Dopamin. Das Belohnungs-Hormon. Aus welchem im Gehirn dann das Antriebshormon Noradrenalin wird. Zwei höchst willkommene Gefühle.

Dass man Dopamin essen kann, haben Sie gelernt: Die essbare Vorstufe nämlich heißt Phenylalanin, eine essentielle Aminosäure. Im Eiweiß. Dass man aber auch die Zahl der Dopaminrezeptoren im Gehirn vermehren kann, ist neu.

Je mehr Rezeptoren, desto mehr vom (hoffentlich gegessenen) Dopamin kann die Rezeptoren besetzen, desto stärker Ihr Gefühl von Erfolg, wohliges Glück, Selbstbestätigung, kurz und gut Ihr Belohnungsgefühl.

Wie man die Zahl der Rezeptoren vermehrt? Hat uns gerade das Karolinska Institut in Stockholm gezeigt: Durch

                    aktives kognitives Training

Also Gedächtnistraining. Gehirnjogging. Nach nur 5 Wochen und wöchentlich nur 3 Stunden (!) konnte man im PET (Positronen-Emissions-Tomogramm) eine erhöhte Dichte der Dopaminrezeptoren beweisen.

Durch Gedächtnistraining verändern sich also Gehirnstrukturen auf zellulärer Ebene. Wir kannten den Effekt ja bereits vom regelmäßigen Laufen.

Das Resultat einer fünfwöchigen geistigen Anstrengung kennen Sie natürlich von sich selbst: Man fühlt sich besser, ist zufriedener, ist ein bisschen stolz auf sich.

Kommentar: Dass dies nach nur 3 Wochenstunden bereits passieren soll? Nun ja: Ist bewiesen. Interessiert mich natürlich gleich, um wie viel Dopaminrezeptoren, also das Belohnungssystem im Gehirn zunimmt, wenn man einen üblichen Fremdsprachenkurs hinter sich hat: Eine Woche täglich 8 Stunden Intensivtraining. Einzelunterricht. Das resultierende Gefühl kann ich Ihnen verraten: Stolz und Glück. Massiv. Hab ich hinter mir.

Das peinliche: Erst kommt die Anstrengung. Immer. Sollte eigentlich in der Schule geübt werden ...

 
 
 

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