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Matschbirne

06.05.2020 | Strunz
 

Was für eine Wortschöpfung. Das schafft nur ein sehr fröhlicher Mensch, der veräppeln will (…. du hast ja eine…) oder ein ganz verzweifeltes Wesen. So hier. Eine junge Dame mit einem, zugegeben, ausgesprochen stressigen Beruf. Hatte eigentlich nie eine Chance. Die jetzt klagte über Konzentrationsschwäche, sei „wie blöd im Kopf“, ständig verspannt, Atemnot, überall Schmerzen, Schwindel, ständiger Durchfall und dann eben der treffende Begriff:


Sie hätte eine Matschbirne.


Dabei Tränen in den Augen. War natürlich bei Ärzten. Bei vielen Ärzten. Selbstverständlich. Glücklicherweise gibt es in Deutschland etwa 450.000 Experten in weißen Kitteln, deren Beruf es ist, zu helfen.


Zu helfen!


Hieß in diesem Fall: Psychopharmaka. Danach sei die Patientin „wie tot“ gewesen. Tja.


Sie lesen hier immer die gleichen Tatbestände. Es geht um Anspruch und Versagen. Das kann selbstverständlich jederzeit in jedem Beruf vorkommen. Wenn es aber – wie in diesen News bewiesen – eher die Regel wird? Die Regel ist? Was soll man dann von diesem Berufsstand halten?

Kann ich Ihnen sagen: Die sind selbst getäuscht, enttäuscht. Ich war nämlich einer von diesen „Experten“.


Lassen wir das. Kommen wir zum Erfreulichen. Nämlich zu der mail vier Monate später:


„Ich wende mich heute noch einmal an Sie, um Sie wissen zu lassen, dass ich Ihnen unendlich dankbar bin….
Sie waren der erste und einzige Arzt, der mir mit meiner Problematik so helfen konnte, dass ich neulich zehn Jahre jünger geschätzt wurde!“


Ohh! Was steht hier? In 4 Monaten gleich 10 Jahre jünger? Sie überlesen mir solche ungeheuerlichen Fakten zu leicht. Hier steht tatsächlich Weltbewegendes! Wenn Sie wollen: Ein Menschheitstraum seit Tausenden von Jahren, an einem einzigen Menschen (und nur darauf kommt es an) in 4 Monaten wahr geworden. Mir stellt´s da immer die Nackenhaare auf…


„….10 Jahre jünger geschätzt wurde! Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre engagierte Arbeit! Langsam, nach und nach wacht mein Körper auf. Die Schmerzen sind schon lange weg….“.


Wieder so eine Sensation. Eine Wunderheilung. Vielleicht von Ihnen, aber von der deutschen Ärzteschaft noch lange nicht registriert: Es ging natürlich um Fibromyalgie. Eine offiziell nicht behandelbare Krankheit. Und jetzt lesen Sie hier: Schmerzen weg. Einfach so. Vom Föhn?


„Schmerzen sind schon lange weg. Der Schwindel wird auch immer weniger! Sie sind einfach eine Sensation!...

Ich weiß, was Sie drauf haben und bin ihnen unendlich dankbar für mein ganzes Leben und auch das meiner Kinder! Denn ich weiß jetzt, worauf es wirklich ankommt! Sie haben mir die Augen geöffnet!“


Augen geöffnet? Ich habe gemessen. Punktum. Wir haben nichts weiter getan als Zahlen in Ordnung gebracht. Wir haben eben nicht gerätselt, geraten, Märchen erzählt (ach, die hübschen Märchen in den Arztpraxen!) sondern wir haben Tatsachen registriert, wie das jeder Naturwissenschaftler tut. Und haben wieder einmal, zum zehntausendsten Mal erlebt, dass der menschliche Körper eben auch ein Chemiebaukasten ist. Auch! Um den man sich jedenfalls einigermaßen leicht kümmern kann. Und zwar durch Vitamine und Co. Durch NEMs. Für mich inzwischen ein fast heiliges Wort geworden (nicht für die Medien, nicht für die Journalisten, wie Sie genau wissen). Aber weiter im Text:


„Ich fange so langsam wieder an, zu leben oder das, was man Leben nennen kann! Bisher hab ich immer mit angezogener Handbremse gelebt!!!“


Angezogene Handbremse. Mir wohl vertraut. Das war sehr wohl auch mein persönliches Leben 45 Jahre lang. Bis ich, draußen im Walde, zum Joggen gezwungen (von Hubert Schwarz), bis ich überhaupt erst kapiert habe, was eine Handbremse ist. Die mail endet mit dem aktuellen Problem:


„In der heutigen Zeit mit „Schutz“ 🤪 -Maske zu leben ist ja auch nicht so ganz das Wahre... aber das werden wir genauso wenig umgehen können, wie eine Impfpflicht, die wahrscheinlich demnächst irgendwann kommen wird! Als aufgewachter Mensch kann man einfach nur noch den Kopf schütteln....

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen!!! Ich wünschte, es gäbe mehr Ärzte wie Sie!“


Gibt es. Seien Sie getrost: Gibt es all überall in der Republik. Die ganze Kunst, wie immer, besteht darin, solche Ärzte aufzutreiben.

Diesen Brief, wie so viele davor, empfinde ich jedes Mal neu als Sensation. Rütteln mich auf. Bestätigt mich in meinem täglichen Handeln. Denn erlauben Sie mir bitte die Anmerkung: Wurde geschrieben von einer nachweislich hochintelligenten Akademikerin. Die hatte das Denken, das Beobachten gelernt und wusste, sich auszudrücken.

Genau deshalb hat der Begriff „Matschbirne“ mich so aufgerüttelt.

 
 

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