Medikamente gegen das Altern

09.10.2016
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Gibt es. Wir wollen die Pharmaindustrie nicht unterschätzen. Dort sitzen wirklich kluge Menschen. Die das gleiche lesen wie wir, die ganz ähnlich denken. Allerdings Zielvorgaben haben. Die müssen (müssen!) Medikamente entwickeln. Mit denen sich Geld verdienen lässt. Und Geld lässt sich verdienen mit der Angst vor dem Altern. Einverstanden. Dann mal los:

„Also: Für die Industrie ist das Alter eine Krankheit. Denn nur wenn Alter eine Krankheit ist, dann ist es auch ein Geschäft.

Also werden Mittel getestet. Da gibt es ein Medikament, das für ganz andere Zwecke entwickelt wurde: Gegen Nierentumore oder zur Dämpfung des Immunsystems nach Organtransplantationen. Beruht auf dem Wirkstoff Rapamycin, senkt den Insulinspiegel, erhöht die Insulin-Sensitivität, regt den Stoffwechsel an, hemmt vermutlich auch den mTOR Komplex. Das sind die Enzyme, die auf kurzfristiges Fasten reagieren.

Dieses Mittel wurde Labormäusen gegeben. Und siehe da: Weibchen lebten 10 bis 20 % länger. Nun ja. Was wir nicht wissen, ist aber Folgendes: Wie haben denn diese Mäuse gelebt? In der Ecke gesessen und sich gelangweilt? Und was, wenn man einer Kontrollgruppe ein ordentliches Trainingsprogramm verordnet hätte, Fastenzeiten, Lernaufgaben und eine Ernährung mit allen wichtigen Vitalstoffen? Hätte die dann 50 % länger gelebt? Ganz ohne Rapamycin?

Nächster Wirkstoff: Metformin. Er wird schon seit 60 Jahren eingesetzt, für Diabetiker, denn er unterdrückt die Glukoseproduktion in der Leber und erhöht die Insulin-Sensibilität. Einige Daten deuten darauf hin, dass er die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und den mentalen Abbau bei Patienten mit Diabetes verlangsamt. Jetzt soll das Medikament für Anti-Aging Zwecke am Menschen getestet werden. An 3000 Probanden, die zwischen 70 und 80 Jahren alt sind, die Testdauer ist mit fünf bis sieben Jahren angesetzt; Kosten: 50 Millionen Dollar.

Im Sommer 2015 trafen sich Wissenschaftler des Albert Einstein College of Medicine in New York mit dem FDA, der amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel. Die Wissenschaftler wollten die Mitarbeiter der FDAs überzeugen, dass Altern als eine Funktionsstörung angesehen wird. Das würde die Beschaffung von Forschungsgeldern einfacher machen.

Macht mich sehr nachdenklich. Warum brauchen wir Medikamente, die die Glukoseproduktion in der Leber unterdrücken und die Insulin-Sensibilität erhöhen. Wenn wir einfach aufhören könnten… Kohlenhydrate zu essen?

Ach so. Das kostet ja nichts. Deshalb uninteressant für die Pharmaindustrie.“

Aber bleiben wir fair: Laufen oder No carb bekommt man ja auch nicht „einfach so“ geschenkt. Man muss es tun. Also braucht man Disziplin und Willenskraft. Und die fallen auch nicht so einfach vom Himmel. Guck ich mir Frau Ministerin Nahles an. Ganz sicher eine tüchtige Frau. Die sich durchgesetzt hat. Und dennoch… ich verstehe meine Mitmenschen oft wirklich nicht. So Frau Nahles.

 
 
 

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