Mehr Selbstvertrauen!

12.10.2013
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Eine wesentliche Eigenschaft gesunder und erfolgreicher Menschen: Selbstvertrauen. Drückt sich in deren Körpersprache aus. Würde ich eigentlich von jedem Marathonläufer erwarten. Die sich selten klar machen, dass sie zu den begnadeten 1 Prozent gehören. Zu den Menschen in Deutschland, die einen wesentlichen Anspruch ihrer eigenen Gene erfüllen: Das tägliche Laufen.

Das Nadelöhr zu einem glücklichen Leben, wie Sie wissen. Wer durch dieses Nadelöhr nicht geht, wird richtiges Essen nie verstehen. Und wird zur Meditation nur schwer Zugang bekommen.

Selbstvertrauen also. Überraschend viele von Ihnen, liebe Marathonläufer, kommen zum Arzt, auch zu mir und möchten „Sicherheit über ihr Herz“. Also Ergometrie, Belastungs-EKG. Wollen den schriftlichen Nachweis, dass ihr Herz gesund sei. Bin ich immer ganz baff:

Das beweisen Sie doch jeden Tag. Wer zehn Kilometer rennt, wer 25 Kilometer lange Läufe hinter sich bringt, kann das nur mit einem hochgesunden Herz. Also gesünder als gesund. Was soll ich da im EKG entdecken?

Dahinter steckt das abtrainierte Selbstvertrauen. Wir werden heute in vielen Bereichen des Lebens unsicher gemacht, unmündig gehalten. Die Euro-Krise? Viel zu komplex. Können Sie nicht verstehen. Dabei versteht jedes 6 jährige Mädchen mit Taschengeld, was hier los ist. Die Kriegspolitik in Afghanistan? Viel zu kompliziert, können Sie nicht verstehen. Ach Du meine Güte. So auch, wenn es um Ihre Gesundheit geht.

Da werden doch tatsächlich vor europäischen Stadtmarathons Bestätigungen verlangt. Ärztliche Bescheinigungen. Natürlich versteht man den Gedanken dahinter: Der Veranstalter möchte sich absichern. Aber dass er das überhaupt muss. Dass er tatsächlich mit eventuellen Klagen der Angehörigen eines tot umgefallenen Marathonis rechnen muss. Abtrainierte Verantwortung: Soeben besucht mich wieder einer von Ihnen, der glaubt, bei täglich 45 Minuten Training sich die Herzmuskelzellen zu zerstören. Zuviel freie Radikale zu bilden.

Hat den Trainingseffekt nicht verstanden: Selbstverständlich bildet man bei Anstrengung mehr freie Radikale. Aber eben nur kurzfristig. Und entwickelt daraufhin ein sehr viel stärkeres Abwehrsystem (Zitat Prof. Uhlenbruck). Wird also in Zukunft immer besser mit freien Radikalen fertig. Bildet immer mehr Antioxidantien. Ein höchst erwünschter Trainingseffekt.

Deshalb betonen die Kardiologen auf dem Europäischen Kardiologen-Kongress in Stockholm (2010) ausdrücklich, dass der generelle Herzcheck vor dem Marathon unnötig sei und stützen sich auf Daten:

„In 30 Jahren seien von 750 000 Läufern des Londoner Marathons lediglich 8 einem Herztod erlegen – alle mit bekanntem Infarktrisiko!“

Dazu passt, dass deutsche Kardiologen beim Berlinmarathon 2006 und 2007 Läufer um die 50 checkten und „keine schädlichen Auswirkungen“ entdeckten. Doch wohl eher im Gegenteil.

Fazit: Wer 20 Kilometer gut schafft, braucht kein Screening (Prof. Scharma, Herzspezialist aus London).

Liebe tägliche Läufer, liebe Marathonläufer: ein bisschen mehr Selbstvertrauen. Sie gehören zur Elite. Das darf und sollte man sehr viel häufiger betonen. Auch zur Herzgesundheits-Elite. Ausdrücklich!

 
 
 

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