Mehr Sicherheit

16.05.2013
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Mit diesen News möchte ich Sie ja nicht nur sensibilisieren, Ihnen vielleicht zu einem etwas glücklicheren Leben verhelfen, sondern ich möchte Ihnen auch mehr Sicherheit geben. Im Umgang mit Medien. Indem ich Ihnen immer wieder aufzeige, dass Sie sich auf keinen einzigen Satz auch in Ärztezeitschriften wirklich verlassen können. In der Regel sind Sie - genau wie in der Politik - verlassen. Aber man kann lernen, damit umzugehen.

Das neueste Beispiel Ärzteblatt.de. Hier geht es darum, dass rotes Fleisch ganz schlecht ist. Denn es enthält Carnitin und Carnitin wird durch Darmbakterien zu einem kardialen Risiko. Wie hoch das Risiko ist, steht hier natürlich nicht. Aber man kann's ja erstmal behaupten. Das Carnitin würde in einen schädlichen Stoff TMAO umgewandelt. Nun wissen wir leider, dass der Hauptproduzent dieses angeblichen schädlichen Stoffes TMAO Cholin ist. Das kennen Sie. Bestandteil von Lecithin. Bekamen wir als Kinder als reine Gehirnnahrung.

Cholin ist enthalten in Weizenkeimen, Nüssen und Eigelb. Oh weh: Also müssen wir jetzt Weizenkeime, Nüsse und Eigelb als noch schlimmere Herzinfarktproduzenten anschuldigen? Wo Sie alle genau wissen, dass auch 25 Eier pro Tag 30 Jahre lang eben keinen Herzinfarkt machen? Alles längst veröffentlicht und bewiesen? Und dass Nüsse und Weizenkeime sogar Infarkt verhindern, ist ja wohl Volksschulwissen.

Da hat sich also wieder jemand mit einem Einzelbefund verrannt. So weit so gut. Jetzt kommt's:

In dem Artikel steht eben auch wörtlich

"Der Verzehr von rotem Fleisch ist in den letzten Jahren mehrfach in epidemiologischen Studien mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität an Herzkreislauferkrankungen in Verbindung gebracht worden. Zuletzt hatte eine Interventionsstudie aus Spanien gezeigt, dass eine mediterrane Diät (die den Verzehr von rotem Fleisch vermeidet) bereits nach 4,8 Jahren die Rate von Herzkreislauferkrankungen um 30 Prozent senkt (NEJM 2013; 368: 12 79)."

Schlimm, schlimm, wenn man die Studie einfach mal nachschlägt. Da ging es um mediterrane Diät. Richtig. Nämlich wörtlich: "Mäßig Fisch und Geflügel, wenig Milchprodukte, rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch und Süßigkeiten."

Also doch eine ganze Reihe von entscheidend wichtigen Punkten. Und was tun die? Greifen einfach das rote Fleisch heraus. Unredlich. Oder besser: Lügen durch weglassen.

Und das Ergebnis dieser Studie? 30 Prozent weniger Herzinfarkt mit mediterraner Kost? Lesen wir nach:

"Das Risiko für Herzerkrankungen wurde um 3 von 1000 Personen-Jahren reduziert." Also wieder mal um 3 Promille. Noch einmal: Sie verändern Ihr Essverhalten einigermaßen dramatisch und gewinnen 3 Promille.

Nichts dagegen einzuwenden, aber man muss es auch laut sagen. Und nicht etwa wegen des Verzichtes auf rotes Fleisch, sondern wegen der weggelassenen Süßigkeiten natürlich, wegen der weggelassenen Wurst (gepökelt), wegen der deutlich eingeschränkten Milchprodukte usw.

Ausweg: Gesunder Menschenverstand. Hier gefällt mir am besten Cordain und seine genetisch korrekte Kost (News: Die Wahrheit 09.12.09). Leuchtet mir ein. Ich kann mich ganz leicht 10 000 Jahre rückwärts versetzen. Damals gab's weder Krebs noch Herzinfarkt. Doch, doch...

 

 

 
 
 

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