Michael Schumacher

20.05.2011
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ist in den Augen seiner Kollegen ja inzwischen uralt. 42 Jahre. Da kommt prompt die Frage (Stern 13/2011): "Müssen Sie Ihren Körper härter trainieren, um die Strapazen eines Rennens aushalten zu können?" Die Antwort ist Gold wert. Typisch Schumacher. So untypisch für einen Deutschen. Er meint nämlich:

"Ich tue mehr als notwendig ist."

Das hat er schon immer getan. Mehr als notwendig. Horchen Sie doch bitte einmal kurz in sich hinein:
Haben Sie das in der Schule getan? Während Ihrer Ausbildung getan? Tun Sie das täglich im Beruf? Und - Hand auf's Herz - auch beim Sport? Tun Sie wirklich täglich mehr als notwendig ist?

Wenn nein, haben Sie blitzartig verstanden, weshalb Michael Schumacher siebenfacher Weltmeister ist, hundertfacher Millionär ist, Sie dagegen ...

Man kann das präzisieren: Schumacher kennt Bluttuning. Bluttuning begreife ich als mein Lebenswerk. Nämlich das Wissen, dass man heute, dank moderner Analysen, in Ihrem Blut praktisch alles sehen und ändern kann.

Nicht nur die Krankheiten, nicht nur deren Vorboten, sondern eben auch Ihre Fitness. Ihre depressiven oder Ihre glücklichen Gedanken. Ihre Stressbelastung. Die Kompetenz Ihres Immunsystems oder eben - sehr häufig - die Inkompetenz ...

Wir haben gelernt, aus Ihren Blutwerten praktisch alles abzuleiten. Sie haben damit ein Werkzeug in der Hand, Ihren Körper messbar, beweisbar zu tunen. Zu einem Höchstleistungsmotor zu machen. Um dann Höchstleistung zu bringen - das ist keine Kunst, das kann jeder mit etwas Anstrengung - nein, nein: Höchstleistung zu bringen mit Leichtigkeit.

Genau das kann Schumacher. Und wie präzise geht er hier vor? Er lässt sich

30 Bluttests pro Jahr

machen. Lässt also alle zwei Wochen sein Blut komplett untersuchen. Er nennt das Feintuning wie am Auto.

Nach einer einmaligen Blutanalyse bei mir fragen Sie fast regelmäßig immer nach: Muss man die Werte kontrollieren? Muss man die Analyse wiederholen? Wie oft soll man das?

Sie ahnen jetzt, was ich in diesen Momenten denke. Als höflicher Mensch Ihnen aber nicht sage. Oft umschreibe ich das: Ich persönlich habe mein Blut wöchentlich untersucht viele, viele Jahre. Wahrscheinlich einmalig auf dieser Welt. Aber genau so habe ich gelernt.

Schumacher lässt übrigens in diesem Interview in Anlehnung an Senna das Wort "Flow" fallen. Flow sei, meint er, wenn alles passt und flutscht. Wenn man zu 100% eins sei mit seinem Auto.

Flow, der Moment wenn Denken und Tun zusammenfällt, ist der berauschendste Glückszustand, den der Mensch erreichen kann. Ist das Leben im Hier und Jetzt.

Ein Zustand, den jedes übrige Lebewesen mit leichtester Selbstverständlichkeit beherrscht. Tja. Wir aber nennen uns die Krönung der Schöpfung.

 
 
 

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