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Migräne ist kompliziert

01.08.2020 | Strunz
 

Migräne wird von Ihnen, Sie glücklicher Mensch, unterschätzt. Glücklich, weil Sie diese Anfälle, diese Zustände nie erlebt haben. Ich frag ja jeden von Ihnen routinemäßig im Sprechzimmer. Leiden Sie an Migräne? Falls nein, erlaube ich mir, Sie zu beglückwünschen. Das mein ich ganz ernst.


Sie wissen, ich war ein Betroffener. Das entscheidende Wörtchen heißt: War


Natürlich kann man Migräne erklären. Hoch kompliziert. Wie das Mediziner, auch Biochemiker mit einem Lächeln vermögen. Weil sie in der Regel nicht betroffen sind. Dem Migräne-Patienten vergeht das Lächeln immer recht rasch…. na, dann lassen Sie mich doch einmal eines der typischen Bilder malen.


Hoch kompliziert, hoch unpraktisch.


Und anschließend einfache Lösungen vorschlagen. Sie kennen mich: EINFACH. Die werden dann immer von hochgescheiten Menschen – auch im Forum – zerpflückt und kritisiert. Menschen, die nicht helfen wollen, nicht helfen müssen. Die bewundere ich regelmäßig um ihr Wissen, um ihre Abgehobenheit. Dabei könnte ich genauso kompliziert schreiben, s. o. …


Als Arzt steckt und watet man im Schlamm des Lebens. Verstehen ganze Berufsgruppen nicht.


Na, dann mal los. Zitiert wird hier aus dem inzwischen berühmten Büchlein „77 Tipps für ein gesundes Gehirn“ (berühmt? Lese ich an der Auflage ab):


„Im Gegensatz zu Menschen, die an normalen Kopfschmerzen leiden, zeigen Migränepatienten messbare Veränderungen im Gehirn. Allen voran Entzündungsreaktionen. Botenstoffe des Immunsystems sind erhöht. Nerven- und Gliazellen entzündet. Die Entzündung ist chronisch. Kommt es zusätzlich zu psychischem Stress, verschlimmern sich die Entzündungsreaktionen. Das kann einen Migräneanfall auslösen. Auch normale Hormonschwankungen im Zyklus der Frau können chronische Entzündungsreaktionen verschlimmern und zu Migräne führen.


Für Migränepatienten ist daher No Carb eine absolute Notwendigkeit. Durch den Verzicht auf Kohlenhydrate (gemeint ist Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Zucker) reduzieren sich Entzündungsreaktionen im Gehirn. Weiterhin helfen Omega 3, Mineralstoffe und Vitamine zur Stärkung des Immunsystems. Dazu Sport, der ebenfalls Entzündungen reduziert. Migränepatienten zeigen häufig Mängel bei den B-Vitaminen, allen voran Folsäure, Vitamin B3 und B12. Und auch der Vitamin-D-Spiegel ist meist erschreckend niedrig. Dazu fehlen häufig die Aminosäure Tryptophan und der Mineralstoff Magnesium. Viele Migränegeplagte trinken außerdem zu wenig Wasser.Problematisch, denn chronische Dehydrierung kann ebenfalls zu Migräneanfällen führen.


Stress ist der häufigste, schlimmste Auslöser von Migräne-Attacken. Denn unter Stress verbraucht der Körper besonders viel Magnesium. Bei Magnesiummangel kann sich im Gehirn CGRP (Calcitronin Gene-Related Peptide) anreichern. Steigt der CGRP-Spiegel zu sehr an, kommt es zum Migräneanfall. Ist hingegen ausreichend Magnesium vorhanden, fördert der Mineralstoff den Abbau von CGRP und hält den gefährlichen Stoff somit in Schach. Wenn hingegen der Magnesiumspiegel chronisch zu niedrig ist und dann durch den Stress weiter fällt, bildet sich schnell zu viel CGRP und die Migräne ist da.


Wäre ausreichend Magnesium vorhanden, würde CGRP kontinuierlich abgebaut. Dann würde es sich erst gar nicht anreichern können und eine Migräneanfall auslösen“.


Sehen Sie: Das Ganze war einigermaßen komplett. Zeigt Ihnen, wer oder was alles schuld ist an Ihrer Migräne. Jetzt sind Sie klüger, viel klüger. Sind Sie aber auch von der Migräne befreit?


Bezweifle ich.


Was Sie brauchen, sind einfache, sichere Ratschläge. Der Beste, den ich habe und der bei mir persönlich Wunder gewirkt hat heißt:


Bringen Sie Ihren Magnesiumspiegel
im Serum auf über 1,0 mmol/l


Meiner bewegt sich seit 30 Jahren zwischen 1,04 und 1,07. Das betone ich, weil ich ja immer wieder höre: Geht gar nicht. Magnesium macht Durchfall. Ich kriege eine höhere Einnahme-Dosis einfach nicht gebacken usw. usw.

Ich kann. Was also soll ich Ihnen antworten? Eine der häufigsten und quälendsten Fragen, die Sie mir stellen. Dabei, wie so immer, längst beantwortet. Schriftlich. In den News. Sie bräuchten ja nur nachzulesen.

Aber nein, Sie leiden lieber an Migräne. Mein Mitleid mit Ihnen hält sich zunehmend in Grenzen. Verstehen Sie.

PS: Der hinterhältigste Ratschlag übrigens wäre: Verbrauchen Sie einfach nicht so viel Magnesium. Schon schaffen Sie den gewünschten Serum-Spiegel. Heißt: Leben Sie stressfrei. Nur: Dann müssten Sie ja laufen. Marathon laufen. Dann müssten Sie ja auf KH völlig verzichten. Dann müssten Sie ja tatsächlich meditieren. Ach du meine Güte… Sie müssten Ihr Leben auf „anständig“ umstellen? Nö, also wirklich….


Quelle: „77 Tipps für ein gesundes Gehirn“.

 
 

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