Missverständnis

16.11.2018
 

Immer wieder einmal erreicht mich ein Anruf. DER ANRUF. Der Haupt-Störfaktor in meinem Rentner-Dasein. Die wahre Ursache der Tatsache, dass ich täglich 3,2g Magnesium, also Salz der inneren Ruhe, benötige. Der Anruf, der mir zeigt, dass man reden kann so viel man will, schreiben kann so viel man will, manchmal kommt ´s einfach nicht an.

Manchmal werde ich eben missverstanden.

Das Anrufsmuster ist immer das gleiche. Da hat jemand vor vier Wochen sein Blut analysieren lassen (löblich), hat ausführlich und präzise erklärt bekommen, welche Defizite gefunden wurden, was das für ihn bedeutet, hat im ersten Satz des Befundes die zentrale Tatsache mitgeteilt bekommen, dass Heilung, also Selbstheilung erst dann möglich würde, wenn

die Blutwerte optimiert

seien. Also in Ordnung gebracht seien. Wenn die Zahlen stimmen würden. Und hat als praktische Hilfe einen Einnahmeplan mit NEM mitbekommen. Damit das Ganze schneller ginge.

Grundsätzlich könnte man sich ja auch die Blutwerte optimieren mit geschickter Nahrung, Entspannungstechniken (Cortisol), mit täglichem Laufen.

Brav also wurden die NEM geschluckt, und dann enttäuscht registriert: Hat nichts geholfen. Also lautet der Anruf, dass, obwohl doch alles richtig gemacht wurde:

  • Die Migräne immer noch quäle.
  • Die schwere Depression immer noch da sei.
  • Die Schlafstörung nicht gebessert sei.
  • Der Blutdruck nicht gesunken sei.
  • Die Multiple Sklerose anhalte.

Sie können hier jede Krankheit einsetzen. Es geht um die Enttäuschung. Sehen Sie: die beruht auf einem Missverständnis.

Ich bin eben kein Normal-Arzt. Sie kommen mit einem Zipperlein, ich verordne Tablette, Zipperlein schwindet. Falls nicht, regen Sie sich nicht auf. Unwirksamkeit sind Sie von der Schulmedizin gewohnt.

Bei mir regen Sie sich auf. Übrigens völlig zu Recht. Spreche und schreibe ich doch überzeugend, dass Zipperlein überflüssig seien. Dass die durch Molekularmedizin behoben werden könnten. Daher Ihre Enttäuschung.

Wie gesagt, Missverständnis. Denn meine Antwort auf Ihre Beschwerde ist immer die gleiche. Nehmen wir Migräne, die leider anhält:

  • Dr. Strunz: Haben Sie Ihren Magnesium-Spiegel über 1,0 mmol/l im Blut angehoben?

Folgt Pause. Nachdenken. Ein Stottern. Vielleicht sogar die richtige Antwort: Woher soll ich das wissen? Ja eben.

Erinnern Sie sich? Im ersten Satz meines Befundes an Sie steht: Blutwerte in Ordnung bringen. Nicht etwa: Magnesium einnehmen. Oder Arginin (gegen Blutdruck) einnehmen. Oder Tryptophan (gegen Depression) einnehmen.

Will sagen: bei Enttäuschung, bei anfänglichem Misserfolg hilft einzig und allein die Laborkontrolle. Das Nachmessen. Und Sie werden immer und in jedem Fall finden:

Blutwerte noch nicht in Ordnung.

Ihr Anruf war also überflüssig. Sehen Sie… das kränkt mich. Ist das Prinzip so unverständlich? Molekularmedizin heißt eben nicht das Einwerfen von Dutzenden von Vitaminen und Co., sondern heißt

Optimierung der Blutwerte.

Jedem Leistungssportler eine Selbstverständlichkeit. Erst wenn gemessen wurde, ist man sich sicher. Diese Messung übrigens ist der rote Faden in Ihrem Leben von Stund an.

Ständig optimierte Blutwerte würden – weitestgehend – Wohlbefinden, also Lebensfreude und Lebensenergie garantieren. Dass zur Basis Blutanalyse selbstverständlich oben drauf die epigenetische Trias folgen muss, also

BEWEGUNG – ERNÄHRUNG – DENKEN

ist selbstverständlich. Hat sich auch genügend herumgesprochen. Woher ich das weiß? Weil wir über das Laufen nicht sehr häufig in der Praxis sprechen. Oh nein, so unhöflich bin ich nicht. Weil aber praktisch jeder von Ihnen, jedenfalls jeder der zu mir kommt, von vorneherein ein schlechtes Gewissen hat, wenn er dies nicht tut.

Das schlechte Gewissen, das freut mich. Falls ich ein bisschen dazu beigetragen habe.

 
 

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