Mit kleinen Schritten zum schlanken Ziel

18.05.2006
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Sind Sie Diät-Freak? Hangeln Sie sich jedes Jahr aufs Neue von Diät zu Diät? Dann wissen Sie was Ihnen bei Ihrem ersten vollen Teller bevorsteht. Sie warten ja schon darauf. Auf den Jojoeffekt. Rrfolgreichen 5 Kilos abgespeckt und schon sind sie innerhalb kürzester Zeit wieder drauf, auf der Waage, auf den Hüften. Und vielleicht gesellen sich noch ein zwei mehr dazu. Ihr Gewicht ist auf Berg und Talfahrt. Nur die Berge werden höher, die Pölsterchen wachsen stetig – von Diät zu Diät. Dieses Spiel können Sie beliebig lang spielen. Aber Sie müssen teuer bezahlen. Was Ihnen bleibt ist ein schlecht funktionierender Stoffwechsel, ein müder ausgepowerter Körper, schwache Muskeln und wachsendes Hüftgold. Vom darbenden Selbstbewusstsein ganz zu schweigen. Sie wissen was Abhilfe schaffen könnte. Ja genau. Sie könnten Ihren Körper mit Bewegung verwöhnen, den Stoffwechsel auf Fettverbrennung pur umstellen und die Muskeln wachsen lassen. Laufen, Walken, Nordicwalking beim optimalen Puls. Es wäre so einfach. Doch das ist hier nicht das Thema.

Glaubenssätze ändern

Verändern Sie Ihre Glaubenssätze. Stellen Sie sich kleinen Aufgaben, die Sie ohne Verzicht und Askese bewältigen können. So können Sie Schritt für Schritt Ihre schlanke Linie erreichen und spielend leicht halten.

Mit folgenden Übungen klappt´s:

  • Sie haben Lust auf Dickmacher? Dann auf geht´s. Genießen Sie! Aber vorher hören Sie in sich hinein und fragen sich auf was Sie wirklich Lust haben. Ist es ein Stück Schokolade oder eher eine Bratwurstsemmel? Oder sehnen Sie sich in diesen Momenten nach einem wohligen Gefühl? Entspannung? Trost? Ablenkung? Nähe?
  • Nehmen Sie Stift und Papier. Spüren Sie Ihre falschen Glaubenssätze auf und schreiben Sie sie auf. Direkt dahinter kommt dann ein neuer, wahrer, schlanker Glaubensspruch. Hier ein Beispiel:
  • Ich habe keine Zeit mir für den kleinen Appetit eine Obstschale auf meinem Arbeitsplatz zu organisieren. – Wahr: Mars, Sniggers und Co wandern doch auch nicht von selbst in Ihre unterste Schreibtischschublade, oder?
  • Morgens reicht es nur für ein Marmeladenbrötchen und ein Kaffe. - Wahr: Einen Apfel ins Müsli schnipseln dauert auch nicht länger.
  • Zum Sport hab ich keine Zeit. - Wahr: 10 Minuten meiner Krimiserie kann ich vor dem TV auch mit Minitrampolin und Springseil zubringen.
  • Sie wissen nicht wo Ihnen der Kopf steht? Wieder mal Stress pur? Dann nehmen Sie sich 2 Minuten Zeit und atmen Sie tief durch. Ziehen Sie die Schultern nach hinten unten und richten Sie Ihre Wirbelsäule auf. Atmen Sie jetzt tief in den Bauch hinein.
  • Stellen Sie sich vor wie bei jedem Mal Ausatmen der Frust, die Ängste und der Ärger Stück für Stück Ihren Körper verlassen. Lassen Sie die negativen Gefühle aus Mund und Nase herausströmen.
  • Beim Einatmen saugen Sie frische Luft und neue Energie in sich auf.
  • Atmen Sie solange, bis Sie sich befreit und leicht fühlen. Und? Immer noch Lust auf Süß, um den Frust hinunter zuwürgen?

Jede Woche eine kleine Aufgabe

Sie werden sehen. Es ist leichter als Sie denken. Sie gehen Schritt für Schritt in ein bewegtes, bewusstes Leben. Mit einer neuen Aufgabe pro Woche. Die eine wird Ihnen leicht, die andere schwerer fallen. Halten Sie durch, denn was sind schon sieben Tage? Schlampern ist erlaubt und menschlich. Doch wenn Sie diese Wochenaufgaben als "Endlosspiel" sehen, werden Sie Ihre Essgewohnheiten allmählich verändern und beibehalten.

1. Aufgabe: Sinne schärfen und genießen

Essen Sie was Sie wollen. Aber bewusst und ohne Ablenkung. Ohne Telefon, Fernseher, Computer oder Zeitschrift. Nehmen Sie sich eine Auszeit zum Essen. Das wird Ihnen vielleicht schwer fallen, so allein mit dem Essen. Aber es lohnt sich. Riechen und schmecken Sie. Atmen Sie tief durch und genießen Sie. Nehmen Sie kleine Bissen und kauen Sie, anstatt herunter zu schlingen. Sie lernen in Ruhe zu genießen, zu schmecken. Sie schärfen Ihre Sinne und essen nicht mehr über den Sättigungspunkt hinaus. Sie registrieren plötzlich, welche Kleinigkeiten aus versehen in Ihren Mund wandern. Und können so bewusst gegensteuern.

2. Aufgabe: Trinken, Trinken, Trinken

Diese Woche steht unter dem Motto: Wasserpulle ansetzen und rein damit. Trinken Sie 3 Liter am Tag. Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel macht schlapp und unkonzentriert – und wird oft als Hunger fehl interpretiert. Wenn Sie genug trinken geht der Hunger. Stellen Sie sich das volle Wasserglas auf den Schreibtisch. Deponieren Sie überall, wo Sie sich länger aufhalten das kühle Nass. Denn Wasser ist die Basis für den funktionierenden Stoffwechsel. Und jede Stunde Sport heißt einen Liter zusätzlich.

3. Aufgabe: Selber Kochen

Versuchen Sie es mal eine Woche ohne Dosensuppe, Pulversoße oder Tiefkühlpizza. An der Dönerbude gehen Sie vorbei, denn Sie bekommen Ihr Essen zuhause. Legen Sie sich ins Zeug. Sie bestimmen wie viel Öl, Gemüse und Fisch auf Ihren Teller kommt. Garantiert werden es weniger Konservierungsmittel, Farb- und Aromastoffe, versteckte Fette und Geschmacksverstärker sein, die den Körper belasten und täuschen. Sie können Ihre Phantasie freien Lauf lassen. Ob es ein riesiger Salatteller, eine schnelle Pasta oder ein kleines Feinschmeckergericht wird, kommt ganz auf Ihre Zeit an. Ausreden wie - Ich habe nicht die Zeit dazu - gelten nicht. Schaffen Sie sich ein Repertoire an leichten schnellen Gerichten an, die Ihnen und Ihrer Familie schmecken.

4. Aufgabe: Obst- und Gemüsewoche

In dieser Woche müssen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag Platz haben. Ob gedünstet als Beilage, als Gemüsesaft oder Salat. Ob ins Müsli geschnipselt oder auf den Magerquark garniert. Diese Fitmacher ersetzen andere Dickmacher. Sie haben weniger Lust auf Süßes und Fettes. Obst, Gemüse und Co enthalten reichlich Vitalstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und Wasser. Sie dürfen reichlich essen. Stellen Sie sich am Arbeitsplatz und zuhause eine Obstschale auf. Sie werden garantiert zugreifen.

5. Aufgabe: Naschen

So jetzt dürfen Sie. Aber natürlich nicht ganz nach Herzenslust. Sondern mit Köpfchen. Naschen Sie direkt nach den Mahlzeiten und nicht einfach zwischendurch. Ersetzen Sie Naschereien nicht durch eine Mahlzeit. Sehen Sie das Naschen als das kleine Sahnehäubchen obendrauf. Lassen Sie bewusst Ihre Lieblinge, ob Schokolade oder Chips auf der Zunge zergehen und genießen Sie ohne Angst und Reue. Lernen Sie mit den täglichen Verführungen umzugehen und Sie zu schätzen. Sie werden feststellen, dass Ihnen ein Riegel Schokolade reicht, wenn Sie sich Zeit lassen. Es muss nicht mehr die ganze Tafel sein. Stellen Sie das schlechte Gewissen beiseite und erleben Sie das süße oder salzige Feuerwerk des Geschmackes im Mund.

6. Aufgabe: Hunger spüren

Warum essen Sie? Weil Sie Hunger haben? Weil Sie gelernt haben: erst wird der Teller leer gegessen? Oder weil Sie sich belohnen wollen? Brauchen Sie Essen zum wieder runterkommen, zum Entspannen? Beobachten Sie sich. Bevor Sie sich etwas Essbares in den Mund stecken, fragen Sie sich: Warum will ich das essen und warum jetzt? Spüren Sie Ihrem Gefühl hinterher. Nur wenn Sie sich bewusst machen, weswegen Sie essen, ob aus Hunger, Frustration, Stress oder Sehnsucht nach einer Umarmung, erkennen Sie Ihre wahren Bedürfnisse. Und das ist der erste Schritt um aus der Stress-Essfalle heraus zukommen.

7. Aufgabe: Neugierig sein

In dieser Woche gehen Sie auf Entdeckungsreise. Trauen Sie sich mal am Obst- und Gemüsestand nach Formen und Farben und Arten zu greifen, die Sie nicht kennen. Ihr Einkaufskorb sollte sich mit Obst-, Gemüse- und Kräutersorten füllen, die Sie bisher nur argwöhnisch in der Hand gehalten und doch wieder weggelegt haben. Erweitern Sie Ihren kulinarischen Spielraum, so verbessern Sie garantiert Ihre Vitaminversorgung. Nur allzu oft essen wir tagein tagaus dasselbe, wodurch ein paar Vitalstoffe schon mal auf der Strecke bleiben können. Vielleicht entdecken Sie neue Vorlieben und Geschmackserlebnisse. Haben Sie Mut zum Unbekannten. Jeden Tag in dieser Woche.

Meine Tipps für die schlanke Linie

  • Ich gehe nie hungrig einkaufen!
  • Ich probieren Neues aus, z.B. Obst- und Gemüsesorten, die ich noch nicht kenne. Ein paar Highlights waren schon dabei, z.B. das Geschmackserlebniss meiner ersten Papaya. Beträufelt mit Zitronensaft, ist sie mein absoluter Liebling.
  • Ich trinke mindestens 2,5 Liter reines Wasser am Tag. Übrigens hat ein deutsches Wissenschaftlerteam herausgefunden, dass ein halber Liter kaltes Wasser 150 Kalorien verbrennt. Also trinken Sie.
  • Fruchtsäfte sind gesund, aber kalorienreich. Warum nicht ein Stück Obst essen und dazu Wasser trinken? Diese Variante ist kalorienärmer und gesünder...und Sie hatten etwas Festes zwischen den Zähnen.
  • In der zweiten Tageshälfte esse ich weniger, da die Kalorien durch Aktivität nicht mehr verbraucht werden. Ausnahme: Ich gehe am Abend noch Laufen.
  • Ich lasse ab und zu mal das Abendessen ausfallen. So kurbele ich die Fettverbrennung an und fühl mich morgens leicht und ausgeschlafen.
  • Wenn es ohne Betthupferl nicht geht, dann mixe ich mir ein Eiweissshake mit gefrorenen Himbeeren.
  • Ich achte auf eiweissreiche Ernährung. Fisch, Tofu, Hüttenkäse, Erbsen, Geflügel und Linsen bevölkern meine Küche.
  • Eine Hand voll Studentenfutter für Zwischendurch bewahrt mich vor Heißhungerattacken.
  • Alkohol ist für mich (bis auf ein paar Ausnahmen) Tabu. Er hat viele leere Kalorien, stört den Fettstoffwechsel und macht dick. Ein guter Saft schmeckt genauso gut.
  • Gemüse, Früchte und Salat kommen bei mir täglich auf den Tisch. Das sind die besten Hungerbremser.
  • Ein Stück Obst oder ein kleiner Salat vorne weg lässt den hungrigen Magen kleiner werden. Der Teller beim Abendessen wird automatisch kleiner.
  • Ein Stück Obst habe ich immer in Reichweite. Beim Shopping kommt der Apfel dann gerade recht, wenn ich an der duftenden Butterbrezelstube vorbeilaufe.

Sie haben Fragen? Ich helfe Ihnen gerne weiter…
Holle Bartosch
HBartosch@strunz.com

 
 
 

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