Multivitamine verhindern Krebs auch bei Kindern

09.02.2013
Drucken
 

Erwachsene werden durch Multivitamine geschützt. Vor Krebs. Nach strengsten wissenschaftlichen Kriterien bewiesen in der nagelneuen Ärztestudie an 15.000 Ärzten. Multivitamine verhindern Krebs-Rezidiv (27%), Darmkrebs (11%), Lungenkrebs (16%), Blasenkrebs (28%) (siehe News vom 29.10.12).

Das gleiche gilt aber auch für Kinder. Bewiesen schon 2007 (Clin Pharm Therap 81,685-691(Mai 2007). Zunächst die Fakten, dann ein Kommentar.

Fakten: Schwangere bekommen Folsäure. Um Missbildungen der Säuglinge zu verhindern. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man, dass Folsäure auch manche Krebsarten bei Kindern reduzierte. Diese Entdeckung war der Anlass für die jetzige Studie. Forscher aus dem Torontos Hospital for Sick Children haben systematisch die gesamte Literatur von 1960 bis Juli 2005 durchgeforscht. Gesammelt wurden Studien über den Zusammenhang von Multivitamineinnahme der Schwangeren und Krebsarten der Kinder. Zwei "blinded independent reviewer", also unabhängige Fachleute, haben die Artikel nach wissenschaftlicher Qualität beurteilt. Gefunden wurden 61 einwandfreie Studien, von welchen schlussendlich 7 auch die kritischsten Einwände überstanden. 7 Artikel aus 45 Jahren also. Der sensationelle Befund war, dass werdende Mütter, die Multivitamine nehmen, das Risiko für drei Krebsarten bei ihren Kindern senken können. Es fanden sich

  • ein 47%iger Schutzeffekt gegen das Neuroblastom
  • 39% weniger Leukämiefälle
  • 27% weniger Gehirntumoren

Ganz bewusst spekulieren die Forscher eben nicht darüber, welches der enthaltenen Vitamine hier wirksam war. Zwei Bemerkungen:

  1. All solche Studien mit Prozentzahlen wie 27% oder 47% zeigen immer nur eine Tendenz. Noch nie wurde untersucht, was passiert, wenn man die - mit Sicherheit extrem niedrige - Multivitamindosis verdoppelt oder vervierfacht. Dabei sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass die Schutzwirkung dann verstärkt wird.
  2. Das eindeutige Ergebnis der oben genannten Erststudie an Erwachsenen so wie dieser Kinderstudie zeigt erneut, wie falsch übliche Vitaminstudien angelegt sind. Wie falsch es ist, ein einzelnes Vitamin zu testen. Kommt in der Natur nie vor: In der Natur gibt es ausschließlich Multivitamine. Also sollte man auch Multivitamine testen.

    Besonders prägnantes Beispiel war ja die Tatsache, dass Betacarotin "given alone to smokers" (News vom 15.03.2012) schädlich sein kann. Zusammen mit anderen Antoxidantien aber Lungenkrebs auch beim Raucher zu ca. 70% verhindert.

Es wird Zeit, dass wir uns besinnen. Vitamine sind essentiell. Ohne Vitamine ist Leben nicht möglich. Der falsche Eindruck, den einige wenige Einzel-Vitaminstudien erweckt haben, und der selbstverständlich gierig von den Medien verbreitet worden ist (Spiegel: Die Vitaminlüge) hat zu einer (künstlichen) Diskussion geführt, die nur unwürdig genannt werden kann.

Ein bisschen Anstand sind wir - auch unseren Kindern, siehe diese Studie - schuldig. Vitamine helfen!

 
 
 

News Schlagwörter