Nasenpolypen

10.12.2018
 

Etwas Neues. Ungewöhnlich. Aber äußerst hilfreich für alle die unter Ihnen, die bei dem Wort „Nasenpolypen“ aufseufzen. So ihre Erfahrungen haben. Mit der Hilflosigkeit der Schulmedizin dann, wenn man an solchen Dingern in der Nase leidet. Vielleicht schon mehrfach operiert worden ist…

Kurze Rückschau: Wenn die Schleimhaut der Nase und gleichzeitig der Nasennebenhöhlen (NNH) entzündet ist, nennt man das Rhinosinusitis. Mögliche Ursachen kennen Sie alle. Wirklich? Ursachen wären

 

• Bakterien                                           • Allergene

• Viren                                                   • Pilze

 

Ist die Entzündung in wenigen Wochen vorbei, spricht man von akuter Rhinosinusitis.

Vorbei heißt, wie manche von Ihnen mit gedrückter Stimme aufzählen könnten: Trotzdem Nase zu, Nasenlaufen, Geruchsverlust, Kopfschmerzen, Schlafstörungen.

Bleibt Ihnen die Entzündung im Nasenbereich länger als 12 Wochen, heißt dies chronische Rhinosinusitis. Ei der Daus. Die Medizin lebt von solch schönen Worten. Und kürzt es ab mit CRS.

Peinlich nur, dass zum Beispiel 2010 etwa 5% der Deutschen von CRS betroffen waren. 5% sind 400.000. Oh!

Jetzt kommt´s: Die Hälfte der Betroffenen (mit CRS) entwickeln zusätzlich Polypen. Gewusst?

Heißt wieder einmal: Polypen fallen nicht vom Himmel. Polypen bekommt man nicht durch Föhn. Sondern Abweichungen vom Gesundheitszustand (Haarausfall, Depression, Bluthochdruck…) hat stets fassbare Gründe. Stets. Allein dieses kleine Wörtchen verdient ein ganzes Buch.

Jetzt wussten medizinische Wissenschaftler bereits, dass die Voraussetzung für solche Polypen die vermehrte Fibrinablagerung in den Schleimhäuten sei und dass gleichzeitig die sogenannte Fibrinolyse, also die Auflösung dieser Fäden, vermindert ist.

Zur Erklärung: Fibrin können Sie sich als Faser vorstellen. Ein Faserstoff des Blutes. Nicht wasserlöslich. Besteht aus Eiweiß. Und entsteht bei der Blutgerinnung.
Das Gegenteil wäre die Fibrinolyse, also die Auflösung solcher Fasern. Die ist bei der Polypenbildung logischerweise eingeschränkt, vermindert.

Weshalb ich mich über Nasenpolypen auslasse? Weil es jetzt ganz neu – Abhilfe gibt. Ein Mittel dagegen. Gefunden an der Uni of Fukui, also Japan (Allergology International 66, p 594-602, 2017). Gefunden haben die

Nattokinase. Ein Enzym, enthalten in Natto (fermentierter Sojabohnenextrakt), verringert effektiv das Gewebe (also die Größe) von Nasenpolypen.
Dies geschieht durch Abbau von Fibrin, also der faserartigen Ablagerungen, die es braucht, um Polypen zu bilden.

Natto ist ein Allerwelts-Produkt in Japan. Nicht bei uns (Geschmack!). Und wird dort heute als effiziente Therapie eingesetzt bei „Patienten mit Polypenbildung und gleichzeitigem Asthma“.

Wieder einmal ist die Natur mindestens so klug wie der Mensch. Wie die Pharmaindustrie. Die Einstellung der Menschen zu diesem Thema hat sich auch in Deutschland verändert. Das Wort Enzym darf durchaus auch von einem Arzt in den Mund genommen werden. Er muss nicht immer von Beta-Blocker und Antibiotikum murmeln.

 
 

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