NO in der Schwangerschaft

23.12.2018
 

NO kennen Sie. War einmal das Molekül des Jahres in „Science“. Ein Gas, das Blutgefäße weit stellt. So vor dem Herzinfarkt schützt, sportliche Höchstleistungen ermöglicht dank vermehrter Durchblutung der Beine. Haben Sie alle mehr oder weniger in Ihrem Blut, das Gas. Entsteht nämlich aus Arginin.

Und das haben Sie eben mehr oder weniger. Messen wir ja im Aminogramm. Erschrecken oft genug.

Über NO haben Sie eben in diesen News viel Erfreuliches gehört. Aber natürlich noch längst nicht alles. Wie wäre es denn mit

NO in der Schwangerschaft

NO hat in der Schwangerschaft nur eine einzige Aufgabe: Eine Frühgeburt zu verhindern. Das funktioniert folgendermaßen:

Denken  wir uns das Ganze von Anfang an durch: Die meiste Zeit im Leben einer Frau ist die Gebärmutter ein acht, neun Zentimeter kleiner Muskel. Ist ein Kind unterwegs, muss sich dieser Muskel um ein Enormes ausdehnen, bei Zwillingen bis hinauf an den Rücken. Was der Uterus da leistet, ist fast unheimlich.

Wenn sich nun ein Muskel ausdehnt, hat er permanent die Neigung, sich zusammenzuziehen. Die Reaktion auf Dehnung ist Kontraktion. Genau das ist es aber, was die gesamte Schwangerschaft über eben nicht passieren darf. Vorzeitige Wehen treiben das Kind heraus und bringen es in Gefahr. Das darf die Natur nicht zulassen. Und es ist ihr tatsächlich gelungen, ein Mittel dagegen zu finden. Ein Gas.

Dieser unendlich vergrößerte Muskel, der eigentlich überhaupt nichts anderes im Sinn haben müsste, als zu kontrahieren, bleibt völlig ruhig. Über Monate. Wegen eines Gases, das wie ein Betäubungsmittel auf die Gebärmutter wirkt.

Wir kennen es bereits. Es ist das Stickmonoxid. Einen Tag vor der Geburt hört die Gebärmutter dann auf, dieses Gas zu produzieren. Absolut rechtzeitig. Würde sie es weiterhin zur Verfügung stellen, gäbe es keine Wehen. Was dann passiert, ist einer der fantastischsten Einfälle der Natur. Sie zieht das Stickmonoxid vom oberen Teil der Gebärmutter ab und konzentriert es unten am Muttermund. Kaum ist oben kein Gas mehr vorhanden, beginnt der Muskel zu kontrahieren. Die Wehen haben eingesetzt. 

Unten am Muttermund ist alles weiterhin relaxt. Mehr noch, es geht richtig auf. Das muss es auch, der Muttermund muss sich ja jetzt für das Kind öffnen. Die Geburt kann problemlos  über die Bühne gehen.

Ist das nicht fast Magie? Wünschelruten-Zauber aus dem Mittelalter? Langsam lerne auch ich, dass die abenteuerlichsten Tatsachen sich um Zeugung und Geburt ranken. Muss so sein. Da die Evolution ja ein vorrangiges Ziel hatte: Die Fortpflanzung. Die Erhaltung der Art. Da muss alles auf wundersame Weise und vielfach abgesichert funktionieren.

Fazit: NO entspannt glatte Muskeln. Glatte Muskeln sind Blutgefäße, Herz, Darm. Das Wort Entspannung ist ja eine Überschrift in Ihrer aller Leben. Wird Ihnen vielfältig ans Herz gelegt, von der Meditation bis hin zum Yoga. Das hat schon seinen Grund… denn Ihr Leben heißt Spannung. Anspannung. Verkrampfung. Herzkrämpfe. Blutgefäßkrämpfe (meine Migräne), Darmkrämpfe (Divertikel).

NO, also Arginin kann ein Zaubermittel werden, auch in Ihrem Leben. Anschaulicher als in obigem Beispiel kann man das nicht demonstrieren.

Quelle: Prof. J. Huber „Der holistische Mensch“. Ein außerordentliches Buch. Ganz und gar ungewöhnlich.

 
 

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