Nobelpreisträger haben manchmal Recht

25.12.2015
Drucken
 

Außer natürlich, sie geraten an Journalisten. Vom SPIEGEL, von der ZEIT: Heißt übersetzt:  Wenn sie an wahre Geistesgrößen geraten. Da haben auch Nobelpreisträger keine Chance. So Professor Pauling, dem selbst zwei Nobelpreise nichts nützten gegen die mediale Übermacht. Pauling hatte Unrecht. Die Vitamin C-Story is a hoax. Ein Schwindel. „Da hat er sich wohl verrannt“ (ZEIT).

Er ist ja auch – so  hämisch der SPIEGEL –  selbst darauf hereingefallen. Trotz Vitamin C-Einnahme (12 bis 18g täglich) sei er schließlich an Prostatakrebs gestorben. Nun ist für die Prostata meines Wissens Vitamin E und Selen zuständig, aber… was soll´s. Hier geht es nicht um sachliche Information, hier geht es um den Gag. Gestorben schon mit 92 Jahren. Man stelle sich vor! Praktisch im Kindesalter.

Wissen Sie, Journalisten haben in meinen Augen einfach zu wenig Humor. Man könnte die Story doch ganz anders erzählen, oder? 

Alles über Vitamin C können Sie heute im Internet auf einer PDF nachlesen (News vom 03.04.2015). Einzigartig zusammengestellt von einer Molekularbiologin, Frau Dr. Gabriele Sachse. Hatte ich Ihnen mitgeteilt. Auch für mich eine Fundgrube. Besonders deshalb, weil hier 214 Literatur-Referenzen angegeben werden. Nehmen Sie nur die Nummer 62. Für mich ein Highlight. Darf ich?

Da geht es um die First National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES I): 11.348 Erwachsene hatten ihre Ernährung bis ins kleinste Detail protokolliert und wurden 10 Jahre lang verfolgt. Beeinflusst Vitamin C die Todesrate? Die Sterblichkeit? Die Lebenslänge?

Falls nicht, müsste hier, bei dieser großen Zahl so etwas wie Null herauskommen. Tut es aber nicht. Setzt man Vitamin C und Todesrate in Zusammenhang, ergibt sich für die Menschen mit der höchsten Vitamin C-Einnahme (Nahrung plus Tablette) ein verringertes Todesrisiko, nämlich um

  • 35% für alle Ursachen.
  • 22% für alle Krebsarten.
  • 43% für Herz- Kreislauferkrankungen.

Wären hier Zahlen wie 3% oder 5% gestanden, hätte ich abgewunken. Zufall. Aber nicht bei 42%. Über ein Drittel der Vitamin C Schlucker vermeidet den Tod nach 10 Jahren, verglichen mit denen ohne Vitamin C. Wenn das keine Aussage ist!!!!

Die Studie wurde natürlich auch nach anderen Gesichtspunkten ausgewertet und ist deshalb außerordentlich genau belegt und berechnet. So wurden die Vitamin C-Gruppen (verschiedene Dosis) aneinander angeglichen nach Alter, nach Geschlecht und nach zehn weiteren Variablen wie Zigaretten-rauchen, Erziehung, Rasse, Krankheitsvorgeschichte usw. Beeindruckt mich dann doch.

Selbst wenn die Prozentzahlen natürlich schwanken mögen, ist die Aussage eindeutig: Vitamin C rettet Ihr Leben. So etwas Simples! Aber natürlich: Jedes übrige Lebewesen weiß Bescheid. Sogar jeder Aff (der auch kein Vitamin C bildet, aber sichere 10g täglich isst).

Und Sie fragen mich immer nach einer empfohlenen Dosis. Ich ärgere mich darüber fürchterlich, bleibe aber höflich. Murmele dann etwas von 3 bis 10g. Sie hören gar nicht zu und bleiben bei Ihren 1g. Glauben Sie, ein Arzt weiß nicht um die Vergeblichkeit seines Bemühens?

 

PS: Diese 42% da oben, gemessen nach 10 Jahren, ergab einen Zuwachs an Lebenserwartung von 6 Jahren. Isses mir wert.

 
 
 

News Schlagwörter