Noch einmal ganz langsam

31.10.2008
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„Vitamin C schützt nicht vor Erkältungen“ titelt heute ein Ärzteblatt. Und fährt fort: „Der Glaube, dass Vitamin C-Präparate die Infektabwehr stärken, ist weit verbreitet, aber falsch“.

Da stutzt der Laie. Hatten wir nicht soeben eine nagelneue Studie genossen, in der hochwissenschaftlich Gen-Veränderungen durch Grippeviren untersucht wurden ... und als wirkliche Hilfe Vitamin C empfohlen wurde? Von Wissenschaftlern? Von Gen-Biologen?

Hatten wir nicht soeben im Spiegel online von einer revolutionären Neubetrachtung von Vitamin C gelesen? Nachdem (erneut) eindeutig nachgewiesen wurde, dass Vitamin C Krebszellen zu 50% abtötet? Der Traum genau der Pharmafirmen, die Chemotherapeutika herstellen und die dies nicht erreichen?

Ja was nun?

Die Erklärung gibt die gleiche Ärztezeitschrift. Indem sie fortfährt: „In einer Metaanalyse mit mehr als 11.000 Kindern und Erwachsenen traten unter einer Prophylaxe mit mindestens 0,2 g Vitamin C pro Tag nicht seltener Erkrankungen auf als unter einer Placebo-Prophylaxe“. Heißt also: Vitamin C hilft nicht. Wenn da nicht noch ein paar Sätze wären wie: „Lediglich bei Marathonläufern oder bei extremer Kälte wurde ein präventiver Effekt der Vitamin C Einnahme festgestellt“. Ah ja. Also wenns drauf ankommt, hilft es scheints doch ... oder wie?

Sie sind geschult. Sie sind wach. Sie haben den hüpfenden Punkt längst erkannt. Da steht nämlich so etwas wie

mind. 0,2 Gramm Vitamin C pro Tag

Also ein reines Placebo. Eine Vitamin C Menge, wie sie in der Natur einfach nicht vorkommt. Jeder Affe ist hier klüger. Jedes Rindvieh weiß Bescheid. Und jede Ratte sowieso. Bewusst wiederhole ich: Eine Ratte macht sich (macht sich selbst, die frägt niemanden) macht sich also 5 Gramm bis zu 100 Gramm Vitamin C (umgerechnet) pro Tag.

Korrekte Studien würden also natürliche Dosen von Vitamin C testen. Und genau dies ist nie geschehen. Wie lange wird eigentlich noch Zeit und Geld verplempert, um ein Placebo mit einem anderen zu vergleichen?

Nicht nur in der Politik denkt man häufiger spontan „Schwachsinn“ oder „Irrsinn“.

 
 
 

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