Olympia ade

21.12.2015
Drucken
 

Nach München hat jetzt auch Hamburg die Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2024 abgelehnt. Groß ist der Lärm. Das Jammern. Die Welt geht wieder einmal unter…

Könnte es sein, dass der einfache Bürger langsam die Nase voll hat? Von geplatzten Großveranstaltungen wie dem Flughafen Berlin, wie dem Bahnhof Stuttgart, wie der Konzerthalle in Hamburg? Könnte es sein, dass der einfache Bürger nicht mehr ein noch aus weiß, wenn er mitbekommt, wie Hunderte von Milliarden nach Griechenland abfließen. Einfach so? Sein eigenes, von ihm selbst erwirtschaftetes Geld? In ein bodenloses Loch abfließt?

Könnte es sein, dass der einfache Bürger gerade erlebt hat, dass für Kita-Mitarbeiter kein Geld mehr da ist, aber von heute auf morgen 14 Milliarden freigesetzt werden für Migranten. Einfach so? 

Könnte es sein, dass der einfache Bürger einfach nur noch Angst hat, ganz besonders, wenn er sieht, wer das alles zahlt? Seit 2008 haben wird bereits 300 Milliarden hingelegt. Wir einfachen Bürger. An Zinsverlust. Jeder Rentner, jeder Lebensversicherte hat es unmittelbar gemerkt. Das Geld ist weg.

Ja, das könnte sein. Nun ist meine Brille ein bisschen medizinischer. Ich bin genauso wie viele von Ihnen verschreckt durch unsägliche Doping-Skandale:

Wenn in der Leichtathletik der 100 Meter Lauf und der 200 Meter Lauf erst bei den Männern, dann bei den Frauen, und dann die Staffel, immer von den gleichen Bewohnern einer winzigen Insel gewonnen werden… dann denke ich an den zuständigen Dopingarzt von Jamaika, der verkündete: In diesem Jahr habe er keine Zeit für Dopingproben. Und dann mag ich die Olympischen Spiele eigentlich nicht mehr. 

Soeben ist Qing Wenyi gestorben. 17 Jahre alt. Eine der talentiertesten Schwimmerinnen Chinas. Mit 17 Jahren tot. Keine Autopsie, nein, nein da hätte man ja etwas gefunden. Die Leiche wurde  eingeäschert.

Der Trainer? Heißt Zhou Ming. Trainiert die Jugend Chinas. Auch den 17-jährigen, der im September als erster Chinese die 100 Meter Brust in weniger als einer Minute schwamm.

Zhou Ming ist ein Schüler Helga Pfeifers, die für das DDR-Regime die „Forschungsgruppe Schwimmen“ leitete. Die Schwimmer von Zhou Ming gewannen in den 90er Jahren reihenweise internationale Titel. Viele dieser Schwimmer wurden als Doper entlarvt. Der Trainer wurde 1998 für acht Jahre gesperrt.

Heute trainiert er die Jugend Chinas.

Sehen Sie: Olympische Spiele machen immer weniger Spaß. Auch mir.

 

Quelle: Der SPIEGEL 50/2015, Seite 139

 
 
 

News Schlagwörter