Omega 3 und Prostata

18.10.2013
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Gestern hatten Sie eine Schrottstudie von Brasky kennengelernt. Der Mann ist unermüdlich. Der kennt den Satz "Publish or perish". In einer zweiten Studie (Am J Epidem - online 25.04.2013) stellt er die gleiche Behauptung auf: Omega 3 macht Prostatakrebs.

Diesmal nimmt er eine bekannte Studie, das Prostate Cancer Prevention Trial, wo also die Wirkung von Finasterid (kennen viele von Ihnen) auf Prostatakrebs getestet wird, und bildet aus den 19 000 Teilnehmern eine Untergruppe. Von 3000. Die Hälfte davon bekam Prostatakrebs.

Brasky zeigt nun einen Zusammenhang zwischen hohen Blutspiegeln von Omega 3 und vermehrt aggressivem Prostatakrebs (zweieinhalb mal mehr). Ein bemerkenswerter Befund.

Ach ja. Bemerkenswert nur, solange man die Studie nicht liest. Dann würde man nämlich finden, dass Brasky noch mehr zeigt. Er zeigt, dass

  • Transfettsäuren, also wohl das Giftigste, was wir kennen (vom Staat verboten in New York, auch in Kalifornien), dass Transfettsäuren das Risiko für Prostatakrebs halbiert. Also eine höchst wertvolle, gesundmachende Substanz sei. Das findet er.
  • Und dass Omega 6 Fettsäuren, also eindeutig Entzündung produzierende, schädliche Substanzen neutral seien. Der Prostata nicht schaden würden.
  • Ach ja: Omega 3 hätte keine Auswirkung auf das normale Prostatakarzinom, also das langsam wachsende. Es beträfe nur das sehr viel seltenere, aggressivere. Merkwürdig.

Fasst man die Ergebnisse zusammen, merkt selbst der Laie, dass hier etwas nicht stimmt. Transfettsäuren verhindern Krebs? Genau das Gegenteil ist doch inzwischen ausreichend bewiesen.

Das eigentliche Highlight kommt zum Schluss: Brasky betont, dass die Mehrzahl seiner Patienten ihr Omega 3 nicht mit einer Kapsel, sondern mit Fischmahlzeiten zugeführt hätten. Seine Studie müsste also tatsächlich heißen:

"Fisch macht Prostatakrebs"

Da würden dann zwar nicht die Hühner lachen, aber jedenfalls die Grönländer, die Eskimos, die Norddeutschen, die Norweger usw. Das weiß Brasky natürlich auch. Drum, gefragt, hält er fest, dass Fisch selbstverständlich gesund sei. Und dass die gesunden Effekte von Fischmahlzeiten viel wichtiger und bedeutsamer seien als mögliche schädliche Auswirkungen auf die Prostata. Man sollte, wie er das ausdrückt "nicht gleich assumptions" machen. Kann man wohl mit Trugschlüssen übersetzen.

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