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Otto hatte doppelt Recht

06.04.2020 | Strunz
 

Mit Otto ist natürlich gemeint unser Genie, der Arzt und Biochemiker Professor Otto Heinrich Warburg. Nobelpreisträger 1931. Der glaubte, die entscheidende Entdeckung zur Krebsentstehung gemacht zu haben.

Womit er wahrscheinlich Recht hatte. Denn heute, etwa 80 Jahre später, also viel zu spät, begreift die Schulmedizin ganz, ganz langsam, dass die bisherige Krebstherapie – Operation, Chemotherapie, Bestrahlung – doch wohl nur ein recht mühsamer und oft vergeblicher Versuch war, Krebszellen zu besiegen. Nach heutigem und nach meinem Verständnis gelingt das nur (nur!) auf zwei völlig anderen Wegen, nämlich:


  • Über ein kompetentes Immunsystem. Für diese Behauptung inkl. Beweis gab´s den Nobelpreis 2018.
  • Über den Stoffwechsel der Krebszelle. Der sich ja komplett unterscheidet von dem Stoffwechsel der normalen, gesunden Zelle.

Diesen zweiten Punkt verdanken wir Otto Warburg. Der zeigen konnte, dass aggressive Krebszellen sich ausschließlich von Zucker ernähren und dies durch Vergärung, also ausdrücklichen Verzicht auf (durchaus vorhandenen) Sauerstoff.


  • Das hat – den Gedanken ins positive gedreht – Professor Madeo, Graz, verleitet zu seinem Gedanken: Nimm dem Körper den Zucker, gib ihm viel mehr Sauerstoff und …. Du besiegst den Krebs. Heißt also: Lauf. Lauf um dein Leben.

Das mit dem Zucker hat unsere Normalmedizin in der Theorie jedenfalls kapiert. Nennt sich PET. Eine Untersuchung beim Radiologen, bei der man radioaktiven Zucker gespritzt bekommt und auf den Körperbildern prompt die Krebsherde aufleuchten sieht. Weil genau da der radioaktive Zucker gefressen und gespeichert wird.


  • Weshalb es dann immer noch Ärzte, auch berühmte Onkologen wie die Dame aus Jena gibt, die schlichtweg behaupten, mit Ernährung habe Krebs nichts zu tun… ist eins der großen Rätsel unserer Zeit.

Die Sache mit dem Zucker ist also akzeptiert. Wird ja täglich praktiziert. Bleibt noch die Sache mit dem Sauerstoff: Die aggressive Krebszelle verzichtet auf ihn. Kann man das beweisen?

Ja. Kann man. Soeben (18.02.2020) veröffentlicht vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Also der führenden Adresse.

Das gelang mit Kernspin. Mit MRT.

Die Forscher dort ließen Patienten mit Hirntumor einen ganz speziellen Sauerstoff, nämlich 17O2 einatmen (normal ist 1602). Kommt in geringer Menge in der Atemluft vor. Diese angereicherte Form geht überall da, wo in den Körpergeweben Sauerstoff verstoffwechselt wird, eine Verbindung mit Wasserstoff ein. Und diese Verbindung kann ganz leicht im Kernspin sichtbar gemacht werden.


Ergebnis? Das Gehirn der Patienten erscheint ziemlich einheitlich weiß. Heißt: Viel Sauerstoff. Und der Tumor erscheint als großer schwarzer Fleck. Heißt: Kein Sauerstoff-Stoffwechsel an dieser Stelle.


Otto hatte also Recht. Experimentell, in bildgebenden Verfahren (Kernspin) eindrücklich bewiesen.

Jetzt kommt’s: Neu an der ganzen Geschichte ist etwas Unerwartetes: Dieser dunkle Fleck, also der Tumor wurde sichtbar:


  • Sowohl bei aggressiven Tumoren
  • wie auch bei weniger aggressiven, niedriggradigen Tumoren.

Unerwartet. Denn die Sache mit dem Zucker, von dem sich Krebszellen ernähren, galt ja mit hoher Sicherheit nur für aggressive Tumore. Also solche, die sich rasch ausbreiten, Metastasen bilden, zum Tode führen. Für den zweiten Teil von Warburgs Behauptung, nämlich den fehlenden Sauerstoffwechsel in der Krebszelle, scheint es diese Ausschließlichkeit nicht zu geben.

Mit dieser Technik lassen sich also auch „harmlosere“ Krebse wie z.B. in der Prostata, in der Brust nachweisen. Eine kleine Sensation, unerwartet für die Forscher in Heidelberg.

ANMERKUNG: Merken Sie, was hier soeben stattfindet? Eine qualitative Verschiebung von künstlicher Chemie (Chemotherapie), also von Vergiftung hin zur Natur. Wir sprechen hier nämlich über Zucker und Sauerstoff. Einfachere Begriffe gibt es ja wohl nicht.

Und sehen zunehmend – genau das ist moderne Medizin – im Umgang mit Zucker (nämlich Vermeidung) und mit Sauerstoff (nämlich Anreicherung) eine Möglichkeit, Krebszellen anzugehen, zu schädigen, zu schwächen. Und zwar eben nicht nur die aggressiven, sondern auch die langsam wachsenden Krebszellen.

Otto Warburg war offenbar wirklich ein Genie. Sein einziger großer Nachteil (betrifft mich persönlich genauso) ist eben nur: Er spricht von Stoffwechsel. Von Ernährung. Von Sauerstoff, also vom Laufen. Ganz banalen Dingen.

Deutsche Onkologen sind sehr viel seriöser, wichtiger und haben bevorzugt Querfalten auf der Stirn: Die dozieren lieber über verschiedene Chemotherapien und Bestrahlungsarten. Klingt einfach bedeutsamer. Versteh ich ja.

Geht aber am Thema vorbei. Verstehen die wiederum nicht.

 
 

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