Paris-Marathon

12.05.2016
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Soeben im TV. Für den Laien langweilige 2 Stunden, für den Läufer… Hochspannend. Von der ersten Minute an. Allein der Rolli-Endspurt von Frei dem Großen… Sensationell! Der Schweizer Frei, ein heimliches Vorbild. Hat als Rollifahrer über 100 Marathons gewonnen. Ich durfte ihm einmal auf Fuerteventura begegnen. Tief beeindruckt.

Dann aber wieder die uns alle so umtreibende Frage: Was trinken die? Die Spitzenläufer? Antwort wurde hier gegeben vom Co-Kommentator Andreas: Wasser. Reines Wasser. Und zwar nur Wasser.

Er hätte sich bei Arne Gabius, also dem besten deutschen Marathonläufer, erkundigt. Tatsächlich im Wettkampf ausschließlich Wasser. Keine Elektrolyte, kein Maltodextrin und so weiter.

Dem Augenschein nach stimmte das auch beim Paris-Marathon. Nur einmal hatte ein Spitzenläufer eine farbige Flasche in der Hand. Also nicht nur Wasser.

Zweischneidiger Ratschlag. Zum einen: Man ist auf der sicheren Seite. Wer einmal – ich erinnere Hawaii – mit Bauchkrämpfen auf der Laufstrecke getorkelt ist mit einem KH-Gel, das der Magen offenbar nicht vertrug, der wird verstehen: Kein Risiko! Nur Wasser!

Andererseits: Wir Normal-Läufer haben nun einmal nicht den extrem trainierten Fettstoffwechsel der Profis. Und wir haben nun einmal nicht den bewusst vergrößerten KH-Vorrat vor dem Rennen angelegt. Will sagen: Nach meiner Erfahrung lohnen KH in verträglicher Form während des Wettkampfes. Man kombiniert sie einfach mit Wasser von der Verpflegungsstelle. Hintergrund natürlich, dass wir Amateure uns in der Regel in der ersten Hälfte des Marathons bereits deutlich überfordern. Alle KH verbrannt haben. Und dann auf dem Zahnfleisch weiter torkeln.

Die Spitzengruppe beim Paris-Marathon war ganz offensichtlich bis zur Halbdistanz noch nicht wirklich gefordert. Die hatten ihre KH-Vorräte geschont.

Fazit: Es gibt eben deutliche Unterschiede zwischen Profis und Unsereinem.

Das schlägt sich auch bei der Frage der Wettkampf-Verpflegung nieder. Man sollte solche Unterschiede durchaus akzeptieren und nicht glauben, dass wir Spitzenläufern wie Arne Gabius einfach so nacheifern könnten. Leider.

 
 
 

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