Pillen sind hochwirksam. Der Beweis

06.05.2013
Drucken
 

Judo ist die hohe Kunst, den Gegner zu besiegen, indem man die Energie des Angreifers zu seinen Gunsten nutzt. Die ungestüme Angriffskraft buchstäblich ins Leere laufen lässt. Übrigens eine elegante Form, im alltäglichen Lebenskampf Sieger zu bleiben. Nur der Anfänger wird Kraft gegen Kraft, Gewalt gegen Gewalt, Schreien gegen lautes Brüllen setzen. Viel einfacher ist es, sich elegant zur Seite zu drehen und den Angriff ins Leere laufen zu lassen.

Benutzen wir heute diese Methode einmal, um eine Ihrer häufigsten Fragen zu beantworten. Die Frage nach: Helfen sie wirklich? Die Vitamine? In welcher Dosis? Sind Sie sich ganz sicher? Da lassen wir einfach einmal einen Vitamin-Gegner zu Worte kommen. Nämlich Prof. Ristow aus Jena. Den ich wegen der Eleganz seiner wissenschaftlichen Arbeiten sehr bewundere.

Der einmal (Proc Natl Acad Sci 2009 Mai 26;106(21):8665) Sportler vor der Einnahme von Vitamin C und Vitamin E gewarnt hat. Dadurch würde nämlich ein Trainingseffekt zunichte gemacht. Der Trainingseffekt gegen Insulinresistenz, also gegen die Entwicklung der Zuckerkrankheit. Als ob das einen schlanken, jungen Sportler interessieren würde...Aber immerhin. Prof. Ristow hat gemessen. Sehr präzise und sehr genau. Und diese Messung können wir benutzen:

Er misst direkt im Muskelgewebe. Mit Hilfe einer Biopsie. Bei Menschen vor und nach drei Tagen sportlicher Tätigkeit. Und findet, dass die Konzentration freier Radikale (im Muskelgewebe, also sehr genau) durch dieses Training um das "mehr als zweifache" ansteigt.

Dieser Anstieg freier Radikale wird zuverlässig verhindert durch Einnahme von 1 g Vitamin C und 400 I.E. Vitamin E.

Das war's. Mehr wollte ich eigentlich nicht wissen. Heißt nämlich, dass Ihr Hausarzt eben nicht Recht hat. Dass Vitamin C und Vitamin E eben nicht nur "teurer Urin" sind. Sondern hochwirksame Medikamente. Die den Körper schützen vor freien Radikalen, vor Entzündungen. Also vor genau der einen globalen Ursache sämtlicher Krankheiten (Focus 29.3.2011).

Diese Arbeit von Prof. Ristow ging ja durch die gesamte Laienpresse: Vitamine schaden dem Sportler. Selbstverständlich wird der springende Punkt übersehen: Ausdrücklich betont Ristow, dass chronische Vermehrung der freien Radikale (z.B. durch Rauchen, durch Stress, durch Übertraining beim Sportler) selbstverständlich schadet. Dass dann Vitamine selbstverständlich hilfreich seien.

Hier geht es nur um einen kurzfristigen Impuls. Kurzfristiges Training. Kurzfristigen Anstieg von freien Radikalen. Der würde den Körper stimulieren, Abwehr aufzubauen. In diesem Fall gegen Diabetes Typ II.

Ein generelles Prinzip: Etwas Schädliches, ganz kurze Zeit getan, kann hilfreich sein. Nennt man Training. Körper adaptiert sich. Der Hintergrund von HIT. Wusste schon Armstrong: Der trainierte oft genug 6 mal 15 Sekunden. Den Berg hoch. Aber eben 15 Sekunden all out. Ein extrem wirksamer Trainingsreiz.

Längere Zeit all out, Vollast...und er würde mit Sicherheit krank. Uraltes Wissen.

 

 

 

 

 
 
 

News Schlagwörter