Professor Florian Holsboer

05.10.2010
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ist in meinem Weltbild einer der Großen. Einer, der sich nicht scheut, über sein "äußerst holperiges" Studium zu plaudern. Der dann aber zunächst Doktor der Chemie, anschließend Professor für Psychiatrie wurde. Direktor des Max-Planck-Institutes in München. Sehr viel höher geht es nicht.

Und der in der Einleitung seines neuen Buches - schon in der Einleitung - die folgenschweren Worte prägt:

"... da eine Depression, schwere Angstzustände, aber auch eine Schizophrenie ihre Ursache in biologischen Fehlregulationen des Gehirns haben."

Mitbekommen? So nebulöse, so schwer fassbare Zustände wie Depression oder Angst sind sehr wohl fassbar. Sind biologische Fehlregulationen. Anderen Ortes spricht er von Stoffwechselkrankheiten. Und da kennen wir uns doch aus.

Da brauchen wir nicht auf die altbekannte zu strenge Mutter im 5. Lebensjahr zurückzugreifen, sondern das können wir messen. Biologische Fehlregulationen könne wir messen. Im Blut.

Wie Sie wissen, tun wir das in unserer Praxis. Übrigens gegen erhebliche Widerstände von Institutionen wie der Krankenkassen. Denen das viel zu neu, viel zu modern und natürlich viel zu teuer ist. Verstehe ich alles.

Das Dumme an der Geschichte ist: Wer misst, kann helfen. Haben Sie alle ja schon mitbekommen in den News. In abgedruckten Briefen von Patienten, denen wirklich geholfen wurde.

So wie soeben einem jungen Mann mit Schizophrenie. Arbeitsunfähig. Gestern kommt das Mail der Mutter, die sich herzlich bedankt, weil ... die Krankheit praktisch verschwunden sei. Der Sohn könne wieder arbeiten.

Schizophrenie. Einfach "weg". Dann, wenn man sich auf modernste Wissenschaft einlässt. Auf die Erkenntnis, dass auch dies eine Stoffwechselerkrankung ist.

Mag für jeden einzelnen Patienten ein bisschen anders aussehen. In diesem Fall - falls Sie neugierig sind - war es Omega 3 plus KH-Entzug (siehe News vom 05.04.10 www.drstrunz.de).

Danke, Herr Professor Holsboer.

 
 
 

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