Quantenfeldtheorie vs. Trampolin

16.12.2017
 

Gast-News Nr. 29

Sie fotografieren ein Bild in einem Buch auf Ihrem Schreibtisch, schicken das mit der Google Chatsoftware an Ihren Freund ("Du, das find ich interessant") und bekommen prompt von Google ohne Ihr Zutun den Vorschlag "Fear and Loathing in Las Vegas" oder "Hunter S. Thompson.". Also andere Buchtitel, ähnliche Themen.

Wie kann Google das? Mit der von uns kostenlos zur Verfügung gestellten Datenmenge ist das einfach. Den Rest macht die Infinitesimalrechnung. 8. Klasse, nämlich Minimum und Maximum einer Funktion finden. Nennt sich seit den 70ern "neuronale Netze". Marketing, jetzt, nennt es AI (Artificial Intelligence).

Mit der gleichen Methode erkennt die Software aus Ihrem Kaufverhalten, ob Sie schwanger sind. Angeblich noch bevor Sie das selbst wissen.

Fliegen Sie jetzt nach Südafrika und setzen sich an einen von Ihnen noch nie benutzten PC, weiß Google nach nur wenigen Suchanfragen, dass Sie das sind. Herr Max Mustermann.

Vorausgesetzt, Sie stellen täglich Informationen kostenlos zur Verfügung. Und das tun Sie. Tagtäglich.

Macht man etwas täglich, werden offenbar scheinbar unmögliche Dinge völlig trivial. Wird Science-Fiction Wirklichkeit.

Das hat auch Prof. Rana Adhikari, Physiker bei Caltech verstanden. Hat 20 Jahre lang tagtäglich versucht, Gravitationswellen zu messen. Mit ungeheuer komplizierten Apparaten. Ohne Erfolg. 20 Jahre lang. Die Apparate wurden immer komplizierter, immer größer, immer teurer. Und auf einmal aus heiterem Himmel: Das verbesserte System wurde Anfang dieses Jahres angeschaltet und, schwupps, nach 30 Minuten ging´s los. Sensation. Jubel. Tränen der Freude. Interview gibt's auf Youtube:

Eine Gravitationswelle enormen Ausmaßes wird gemessen. 30 Minuten nach dem Anschalten. So ein Zufall. Gibt´s nicht, wie jeder misstrauische Wissenschaftler weiß. Die Daten waren viel zu ideal. Erscheinen eigentlich gefälscht. Drum hat es der Herr Professor auch nicht geglaubt. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert?

0,…[beliebige Anzahl Nullen, je nach Weltbild]…01 %.

Und schon werden wieder mal aus 0% die 100%. Die Natur lacht uns Menschlein aus. Immer wieder. Natur nämlich ist farbig und kümmert sich nicht um trockene Statistiken.

Im Interview sagt Prof. Adhikari, dass er seine jungen Studenten nach dem "30 Minuten Fund" erstmal runterbrachte. "You don't know how the world works.". Vorsicht. Nicht gleich annehmen, dass die Werte stimmen. Langsam. Erstmal mit Taschenlampen alle Geräte nach Störsystem absuchen. Das verlangt die Verantwortung.

Und nach 3 Wochen stellte sich raus, dass auch ein Genie, ein 20 Jahre Erfahrung sammelnder Physiker nicht weiß, wie die Welt funktioniert. Die Werte sind nämlich echt, sind ungefälscht.

Auf die Frage, ob sich Herr Prof. Adhikari freute, feierte,…nö. Das war ja ein langsames, vorsichtiges, zähes Erfahren über 3 Wochen (nach 20 langen Jahren der Vorarbeit). Und jetzt soll man auf Kommando glücklich sein? Glück ist unwissenschaftlich.

Sie dagegen wissen, dass, wenn Sie täglich joggen, täglich den Zucker-Müll weglassen, täglich meditieren, eine völlig andere Realität auf Sie wartet. Das Glück. Nicht erst nach 20 Jahren, wie bei einem genialen Physik-Professor, der freilich glaubte, Glück durch Denken, durch harte rationale Denkarbeit zu erreichen. Sondern… in wenigen Wochen:

Auf Sie wartet die 100% Realität. Die Welt der Adler.

Abgehoben von der 0% Realität. Der Welt der Ameisen.

Das schöne ist: beide Welten sind echt, sind ungefälscht. Beide Welten gelten. Sie haben die Wahl.