Rezept, ein Leben zu leben

24.12.2014
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Rezepte bestimmten mein berufliches Leben. Deswegen mag ich sie. Gebrauchsanleitungen. Ratschläge. Ratgeber. Ich weiß nämlich – im Gegensatz zu den meisten Journalisten, die diese Auffassung selbstbewusst kritisieren – dass der Mensch nicht alleine steht. Dass er Hilfe braucht. Zuerst die Eltern, dann die Lehrer, dann der Hochschulprofessor und immer...der Freund. Ihr Ehepartner? Hoffentlich.

Wenn Sie mir erlauben, wenn Sie meine Gedanken ertragen, möchte ich Ihnen heute mein Rezept mitteilen, dieses Leben zu leben. Das Rezept habe ich mir natürlich nicht ausgesucht. Das ist ein Glaubenssatz...geworden. Ohne dass ich das wollte. Genau das ist das wahre Geheimnis.

Auch Sie haben den einen oder anderen Glaubenssatz, der Ihr Leben bestimmt. Vollständig bestimmt. Und wehe...! Dann sind Sie der ewig Unzufriedene, der ewig Kranke, der ewige Versager. Versager heißt: vor sich selbst! Vor Ihren eigenen Maßstäben!

Das zentrale Geheimnis hat mit dem Begriff Geborgenheit zu tun. Was das bedeutet, erkennen Sie am besten am Gegenteil. An unserer Zeit: Angst! Wir hüpfen herum zwischen IS, dem Taliban, der Ebola, dem Aids, der Wirtschaftskatastrophe, und der Maut...Tut der Seele richtig gut. Angst.

Das Gegenteil wäre Geborgenheit. Sich geschützt fühlen. Vertrautheit. Also los:

Mein Glaubenssatz

Entstanden wahrscheinlich aus meinem frühesten Mantra: „Der Herr ist mein Hirte“. War mein Konfirmationsspruch. Habe ich in mir wiederholt. Sehen Sie: das war`s auch schon. Die Wiederholung. Sie unterschätzen mir das. In anderem Zusammenhang nennt man das Training. Sie unterschätzen mir das. Dieses täglich laufen. Täglich!

Und so entstand mein Bild vom lieben Gott. Natürlich bin ich Naturwissenschaftler. Natürlich denke ich über „der liebe Gott“ ganz anders. Können Sie sich ja denken. Aber dennoch: tief in meinem Herzen bin ich Kind. Und spreche täglich mit IHM. Dem lieben Gott.

Jetzt kommt`s: Freilich denk ich mir ihn irgendwie. Vorschriftsmäßig als älteren Herrn mit Bart. Da oben. Und ich denke ihn mir immer gütig. Immer etwas lächelnd. Tonart: na, na, na! Und ich entschuldige mich bei IHM und...fühle mich zutiefst geborgen.

Wenn Sie solch ein Bild hätten! Was soll Sie dann noch schrecken? Tod? Ich bitte Sie! Das habe ich hinter mir. Krankheit? Ich bitte Sie! Mir muss keiner von Ihnen irgendetwas von Krankheit erzählen. Schmerzen? Ja, stimmt. Das Schlimmste. Kann ich nur bestätigen.

Soeben droht ER mir wieder lächelnd, ER da oben: Red nicht so! Ich neige mein Haupt.

Geborgenheit.

PS: Ich kann`s nicht lassen: Jetzt stellen Sie sich mal das Bild des strafenden, des rächenden Gottes vor. Der da oben ständig tobt. Es gibt ja Menschen, die diesen Glaubenssatz in sich tragen. Wie wollen die leben? Mir unerklärlich. Kann es sein, dass es die sind, die sich tagtäglich abschlachten?

 
 
 

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