Ruhig bleiben

13.07.2012
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Ganz ruhig bleiben. Sollten Sie üben. Wie sonst wollen Sie gesundheitlich unbeschadet die tägliche Zeitungslektüre überstehen? Ruhig bleiben, also aaaaausatmen und Schultern fallen lassen (Formel-I-Reflex) üben manche von uns täglich im Beruf. Jeden Tag. Die können dann aufgrund dieses ihres Trainings die Abendnachrichten im Fernsehen mit einen souveränen Lächeln genießen.

Wer da täglich übt? Das Nervenkostüm stählt? Na, der Arzt natürlich. Der wird ja täglich auf die Probe gestellt. Ist Ihnen klar, lieber Patient, was Sie da in der Arztpraxis tun? Sie trainieren den Arzt. Übrigens: Danke! So ein gestähltes, trainiertes Nervenkostüm hat offenbar der Kollege, der mir soeben aus dem prallen Leben schreibt:

"Kommt Patient. Ende 50. Übergewichtig. Kettenraucher. Trotz Schlaganfall vor einem Jahr. Der seit einem Jahr alle Arztpraxen in XXX und weiterer Umgebung abgrast, in der Hoffnung, es könne ihm doch einer sagen, woher sein Schlaganfall gekommen sei.

Ich habe drei Begriffe in den Raum gestellt: Rauchen, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Dazu noch a weng Stress in der Arbeit und daheim...

Da wurde der Patient wütend. Er hätte sich vom Lungenfacharzt gründlich untersuchen lassen und der hätte gemeint: Die Zigaretten seien definitiv nicht Schuld an seinem Schlaganfall! Und die Lunge wäre okay! Also Erlaubnis zum Weiterrauchen.

Seine Ernährung sei optimal, da er sehr auf Vollkornprodukte achte! Also Weiteressen wie bisher. Und für Sport nehme er sich regelmäßig Zeit: Er gehe golfen. 1-2 mal die Woche".

Da bekommt selbst das stärkste Nervenkostüm des Arztes leichte Risse. Der Kollege gibt zu: "Manchmal, aber nur manchmal, könnte man schon aus der Haut fahren..." Stimmt. Da bleibt nur eins: Aaaaaausatmen und Schultern fallen lassen. Wird beim nächsten Wochenendseminar praktisch eingeübt.

Formel-I-Reflex. Was glauben Sie, weshalb Michael Schumacher so gut war. Der kannte solche Tricks.

 

 

 

 

 
 
 

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