Säure-Basen-Haushalt

04.12.2016
 

Ist ein never-ending-Thema. Die Bücher dazu mögen Sie bitte selbst lesen. Hier nur ein winzig kleiner Hinweis.

Der Ihnen erklären mag, weshalb Säure-Basen-Haushalt, beeinflusst durch unsere Ernährung, eine so kleine Rolle in meinen Büchern, auf meiner web-site spielen. Ich hab´s nämlich selbst nie verstanden.

In der üblichen Literatur ist Übersäuerung ja für fast alles verantwortlich, von Müdigkeit bis zum Haarausfall. Ursache der Übersäuerung soll in erster Linie eine Ernährung mit Säureüberschuss sein.

Interessant: Guckt man in der medizinischen Forschungsdatenbank nach, so findet man unter den Stichwörtern Diabetes und Ernährung über 45.000 Fachartikel, zum Thema Säurebelastung und Ernährung nicht einmal 100. Verdächtig. Entspricht etwa meinem Denken. Hintergrund:

  • Beim normalen Erwachsenen mit gemischter Ernährung entstehen im Stoffwechsel rund 800g CO₂ und 0,04 bis 0,08g Protonen pro Tag. Für CO₂ und für Protonen können Sie jeweils Säure einsetzen.
  • Bei intensivem Sport allerdings entsteht pro Stunde 600g CO₂ und … ganz leicht mehr als 1g Protonen in wenigen Minuten.

Fazit? Die Säureproduktion beim Sporttreibenden ist über eine 10er Potenz höher als beim sitzenden Menschen. Der mal dieses und mal jenes isst. Sauer oder basisch.

Sport wird aber generell als unbedenklich eingestuft: Vor allem auch Ausdauersport gilt anerkanntermaßen nicht als gesundheitsschädigend, sondern gesundheitsfördernd. Stellt sich die Frage:

Weshalb soll nun die wesentlich niedrigere Säurebelastung durch die Ernährung ein Problem darstellen? Wenn die Puffersysteme im Sport so gut funktionieren, weshalb sollen sie mit der viel geringeren Säurebelastung durch die Ernährung nicht klar kommen?

Für Skeptiker: Guckt man statt in die vielen öffentlichen Diskussionen lieber in die Fachliteratur, erlebt man eine Überraschung. Selbst hohe Säurebelastung durch die Ernährung bringt mit sich keine nennenswerte Gefahr, verfrüht an irgendeiner Krankheit zu sterben (J. Nutr., 2016; 146: 1580)

Dennoch und immer wieder: Jeder Aff weiß Bescheid. Wenn ich alljährlich dem ZDF richtig zuhöre, frisst der Aff 20 bis 30% sauer (tierisch), den Rest basisch (pflanzlich). So sollten Sie´s eben auch halten.

 

Quelle: Die ausgezeichnete Zeitschrift FITforLIFE 7-16, Seite 30, verfasst von dem wirklichen Experten Paolo Colombani.