Sag's ihm!

18.07.2016
Drucken
 

Gemeint ist der Körper. Sagen Sie ihm, was Sie von ihm möchten. Sagen Sie es ihm täglich. Besser noch stündlich. Besser noch ununterbrochen: Was wünschen Sie sich von Ihrem Körper?

Ja, du meine Güte: Gesundheit. Wohlbefinden. Heißt übersetzt Schmerzfreiheit, Beweglichkeit, Ausdauer, Springlebendigkeit, Wachheit und Müdigkeit je nach Tageszeit. Kurz und gut: Sie wünschen sich den Körper eines gesunden Hochleistungssportlers.

Doch, doch.

Dann müssen Sie ihm das auch sagen. Und was tun Sie? So ziemlich das Gegenteil. Sie setzen sich hin. Ach so, meint Ihr Körper. Das ist gemeint mit Leben. Sie lassen die Gelenke verrosten. Ach so, meinen Ihre Gelenke. Das ist gemeint. Einverstanden. Sie lassen Ihre Muskeln verkümmern. Ach so, meinen Ihre Muskeln. Das ist gemeint. Verkümmern.

Und dann tun die das auch. Verstanden?

Sehen Sie, deshalb muss ich immer wieder brüllen. In meinem Sprechzimmer. Immer dann, wenn ein Mensch nach Schlaganfall mich konsultiert. Teilgelähmt. Der dann immer auf die Wunderpille hofft. Und sie von den Schulmedizinern auch bekommt: Statine, ASS, Betablocker und so weiter, und so weiter. Tja.

Wenn du der gelähmten Hand nicht sagst, was du möchtest, bleibt sie gelähmt. Die Grundidee. Wenn jemand schon ohne Tennisball in der gelähmten Hand, ohne Tennisball, den er ständig zu kneten versucht, meine Praxis betritt, weiß ich Bescheid.

Wenn einer sich im Rollstuhl reinfahren lässt, ohne sich mühsam, qualvoll, gestützt mit dem Rest-humpeln abzuquälen… weiß ich Bescheid.

Wenn Sie dem Körper nicht sagen, was Sie wollen, dann wird er genau das tun, was Sie ihm soeben sagen: Nämlich nichts. Er wird gelähmt bleiben. Verstanden?

Unvergessen die Monate, als ich jede Nacht stundenlang um das Klavier herumpilgerte. Weshalb Klavier? Weil ich mich mit einer Hand anhalten musste. Weil ich sonst gefallen wäre. Stundenlang. Jede Nacht. Ich hab´s geschafft.

Neulich ein Neurologe: Sie haben da ja einen Muskel entwickelt neben dem Schienbein. Gemeint war der Peroneus. Ist bei mir in beiden Beinen kaputt. Das sei eben so laut Schulmedizin.

Pustekuchen. Ich trainiere trotzdem. Täglich. Stundenlang. Und „umgehe“ beschädigte Nerven, entwickle neue Nervenbahnen, schaffe mir Hilfsmuskulatur, die verkümmerte Muskeln ersetzt und so weiter, und so weiter.

Idee verstanden? Sag dem Körper was du willst, und er wird sich bemühen, das zu erreichen.

Bestes Beispiel: Kollateralen nach Herzinfarkt. Die Ader ist zu. Einverstanden. Wenn du jetzt trotzdem Marathon läufst, wenn du das Herz anstrengst, wird es in seiner Not neue Blutgefäße entwickeln um die verschlossene Stelle herum. Nochmal: Sag dem Körper, was du willst, und er wird sich bemühen.

Mein Glaubenssatz: Er wird es schaffen. Wann auch immer. Na und? Zeit haben wir …unendlich.

Wenn Sie glauben, Sie müssten sterben: Interessieren Sie sich doch bitte einmal ein bisschen für die Zeit vor Ihrer Geburt. Wo waren Sie da? Ist Ihnen völlig wurscht? Weshalb interessieren Sie sich dann für Ihren Tod?

 
 
 

News Schlagwörter