Schlaflosigkeit

29.04.2013
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Daniel Everett hat uns ja "das glücklichste Volk" vorgestellt (News vom 20.11.2012). Übrigens ein Buchtitel. Eine kleine Population von Indianern an einem Nebenfluss des Amazonas. Die Pirahas. Die es anscheinend schaffen, ständig im Hier und Jetzt zu leben. Zwangsläufig eine andere Sprache, eine andere Grammatik haben: Die kennen keine Vergangenheitsform.

Na und? Kann jedes unserer Kinder bis zum vierten Lebensjahr auch. Ich nenne das: "Die leben im Alpha-Zustand". Weshalb gut gemeinte Pädagogik, all diese Erziehungsbücher völlig sinnlos sind. Im Alphazustand durchschaut das Kind die Eltern. Nix linkes Gehirn, nur rechtes Gehirn. Worte stören hier nur. Heißt: Erziehung in den ersten Lebensjahren ist ausschließlich Nachahmung. Meine Mama dazu: "Wie der Herr, so das Gscherr". Wie recht sie hatte.

Zurück zu den Pirahas. Von denen könnten wir vielleicht noch etwas lernen, wir modernen Menschen. Ich lese bei Sloterdijk:

"Auch gleichen die Schlafmuster dieser Menschen in keiner Weise denen der heutigen westlichen Populationen. Der Begriff "Nachtruhe" lässt sich auf ihre Lebensform kaum anwenden.

Sie scheinen nie mehr als ein, zwei Stunden durchgehend in einem schlafanalogen Zustand zu ruhen; ob sie dabei Tiefschlafphasen erreichen, ist nicht gewiss".

Doch. Muss sein. Sonst wären die tot. Physiologie. Regeneration findet im Tiefschlaf statt. Und ist eine biologische Notwendigkeit.

Heißt in meiner Sprache, lieber schlafgestörter Patient: Na und? Sie müssen nicht 8 Stunden lang durchschlafen. Das wird zwar von der Gesellschaft gefordert, hat mit Ihrer Biologie aber nichts zu tun. Sie müssen nur zwei, drei mal pro Nacht in den Tiefschlaf fallen. In den Alphazustand. Beweis aus den Schlaflabors: 20 Minuten Tiefschlaf entsprechen zwei Stunden Schlaf. Grobe Faustregel.

Klingt einfach, ist es aber nicht: Was glauben Sie, wer Probleme mit dem Schlaf hat? Menschen, die aufgewühlt sind, innerlich unruhig, nervös... Und genau die kommen mit den üblichen Techniken der Meditation gar nicht zurecht. Auch hier gilt: Erst der Körper, dann der Geist. Wir helfen, indem wir zuerst die Moleküle des Körpers in Ordnung bringen. Stichwort Magnesium, das Salz der inneren Ruhe. Stichwort Serotonin, das Hormon der Souveränität, des Abstandes. Sie kennen sich aus.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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