Schlittenhunde

06.11.2016
 

haben uns auf die Spur gebracht. Auf die Spur des Perpetuum mobile. Der unerschöpflichen Energie. Die Basis dessen, was Frodeno (Körperfett 3%) soeben in Hawaii beim Ironman ein zweites Mal demonstriert hat: Zu gewinnen. Aber wie!

Das Geheimnis vorneweg: Der Fett-Zucker-Stoffwechsel, also der Energiehaushalt ist in Muskulatur, die Langzeit-Ketose-adapitiert ist, ein völlig anderer. Davon wussten wir bisher nichts. Bisher heißt 2016.

  • Erklärt mir die von mir selbst beobachtete Ausnahme-Energieleistung meiner kleinen Frau. Wochenlang stundenlanges Bergzeitfahren mit Lust, Freude und ohne jegliche Ermüdung. Ohne jeglichen Regenerationseinbruch. Ohne Unterzucker, ohne Hungerast oder dergleichen Geschwätz mehr. An das ich bisher selbst geglaubt hatte.

Erklären können wir´s noch lange nicht. Aber die Fakten zur Kenntnis nehmen. Schlittenhunde essen high-fat/ low-carb (HF/ LC) und die rennen zum Beispiel 160 km täglich für fünf Tage hintereinander ohne ständig weitere Abnahme des Muskel-Kohlenhydrat-Speichers, wie jeder vernünftige Mensch annehmen würde. Dabei essen die nur etwa 15% Kohlenhydrate.

In einer zweiten Studie rannten Schlittenhunde 140 km am Tag vier Tage, haben ihre Kohlenhydratvorräte in der Muskulatur am ersten Tag um 66% reduziert (beim Mensch auch nachgewiesen) hatten dann aber

    einen zunehmenden Zuwachs an Muskelglycogen

an den übrigen drei Tagen. Die Kohlenhydratspeicher füllten sich also trotz täglicher größter Ausdauer-Anstrengung und trotz minimaler Kohlenhydratzufuhr.

Fragt sich: Woher? Genau darum geht es. Wir raten noch.

In einer dritten Studie konnte man bei Schlittenhunden, die 16% Kohlenhydrate fraßen, eine unerwartet hohe (viel zu hohe) Kohlenhydratverbrennung messen, die Hand in Hand ging mit zunehmender Zuckerneubildung (Gluconeogenese) in der Muskulatur.

Fazit: Hochtrainierte, langjährig adaptierte Schlittenhunde zeigen ein völlig anderes Verhalten, was die Verwertung von Kohlenhydrate angeht, als man es auf Grund von Studien erwartet hätte, die an menschlichen Sportlern längst durchgeführt waren.

Spät, aber immerhin, wenn Sie mir diese persönliche Bemerkung gestatten: Langsam, ganz langsam dämmert mir, was damals in Kanada beim Ironman-Triathlon los war. Als ich nach monatelanger praktisch ausschließlicher Eiweiß-Ernährung dort die Weltbestzeit im abschließenden Marathon (in der Altersklasse) gerannt bin. Und als nachweislich blutiger Laie (mein ganzes Leben nie Sport) gewann.

Unerschöpfliche Energie!

Quelle: Metabolism 65 (2016) 100-110

 
 

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