Schmerz mit Essen besiegen

11.04.2014
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Eine völlig neue Idee. Wohl erstmals beschrieben von Tennant 2011. Die Idee, dass spezielle Kost, gekonntes Essen Schmerzen verringert, möglicherweise ganz beseitigt.

Ihnen und mir nicht ganz neu: Bitte lesen Sie "Rheuma ist heilbar" vom 12.03.13 oder „Rheuma weg“ vom 10.06.2013. Die hatten ja nun ziemlich schreckliche Schmerzen. Und sind – auch zu meinem großen Erstaunen – jetzt schmerzfrei. Gerade nicht durch Tabletten, sondern durch andere Kost.

Der zentrale Satz von Tennant: „Patienten mit chronischem Schmerz brauchen massiv Eiweiß und möglichst wenig Kohlenhydrate“. Das war`s auch schon. Weshalb viel mehr Eiweiß? Hier hat er sich natürlich Gedanken gemacht und führt vier logische Argumente ein:

  • Eiweiß wird im Darm zerlegt zu einzelnen Aminosäuren. Die werden dann mit dem Blut in die Leber und das Gehirn transportiert, wo sie Stoffe bilden, die entscheidend sind bei der Schmerzstillung. Nämlich Stoffe wie Endorphine, Dopamin, Serotonin und GABA.
    Er fügt hinzu, dass die typische Schwäche, die Müdigkeit, die Antriebslosigkeit der Patienten mit schweren Schmerzen viele Gründe haben mag, aber ein Mangel an Eiweiß sei sicher einer von ihnen. Nun ja: Sie alle kennen die Story aus dem Falklandkrieg. Energie aus Phenylalanin.
  • Aminosäuren bauen Gewebe auf. So ist z.B. die Aminosäure Prolin ein Hauptbestandteil für Collagen, was Ihr Körper braucht um neuen Knorpel zu bilden oder neues Bandscheibengewebe.
  • Eiweiß stimuliert das Hormon Glukagon (Gegenspieler vom Insulin). Glukagon erhöht den Blutzucker, ist aber das einzige Hormon, das die Umwandlung und Speicherung von Kohlenhydrate zu Fett blockiert. Wesentliches Wissen! Wenn man also zu jeder Mahlzeit reichlich Eiweiß isst, verhindert man raschen Insulinanstieg, die Speicherung von Fett in den Fettzellen und – besonders wichtig, die nach etwa 2 Stunden resultierende Unterzuckerung. Nach langjähriger Erfahrung von Tennant lässt ein abgesunkener Blutzucker Schmerzen stark aufflammen. Wird durch Eiweiß verhindert.
  • Klug ausgewähltes Eiweiß wie Fisch oder Bio-Fleisch enthält Stoffe, die Entzündungen verhindern (z.B. Omega 3).


Fazit: Tennant hat sich Jahrzehnte mit chronischen Schmerzpatienten beschäftigt. Und empfiehlt heute eine eiweißreiche, kohlenhydratarme Kost mit wenig Salz. Eiweiß schon wegen der Bildung von schmerzstillenden Neurotransmittern, aber auch zum Aufbau von neuem Gewebe wie Knorpel. Zusätzlich empfiehlt er NEM (Supplements), welche Entzündungen entgegenwirken (Omega 3, Antioxidantien etc.).

Wie gesagt, neu. Diese erste Arbeit zum Thema stammt aus 2011. Nach meinen auch mich überraschenden Erfahrungen mit Rheumapatienten kann ich nur sagen: Der Mann hat recht. Freilich meine ich: Wenn schon denn schon. Also nicht Low Carb, sondern No Carb. Schmerzpatienten wie Rheumatiker oder an Fibromyalgie Leidende hören einem übrigens überraschend aufmerksam zu.

PS: Dieses geheimnisvolle Prolin messen wir übrigens routinemäßig in Ihrem Blut. Stichwort Arthrose!

 
 
 

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