Schulterzucken

30.08.2016
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Eine ganz kurze mail. Ein ganzes Leben. Buchstäbliche Hölle. Verzweiflung. Von uns Ärzten im Stich gelassen. Und dennoch happy end. Eigenverantwortung. Das Leben selbst in die Hände genommen.

Ein exemplarisches mail. Könnte man so oder so ähnlich auch Ihr Leben beschreiben?

    „Vor einigen Jahren bin ich an einer Unterschenkel-Thrombose erkrankt: 1 Jahr Blutverdünner und Sportverbot. Das Ganze mit 22 Jahren! Prompt 10 kg zugenommen.“

Kommentar zum Sportverbot? Den verkneif ich mir. Dinosaurier-Medizin.

    „Kurz nachdem ich mit dem Radtraining wieder begonnen habe, chondromalacia patellae im rechten Knie und Schmerzen, dass ich kaum noch laufen konnte. Zwei Monate schonen – nochmal 10kg mehr. Zwischendurch immer häufiger Infekte der Lunge und Bronchien.“

Also Knorpelschmerzen rechtes Knie. Wohl Überlastung. Schonung? Fragt sich, wie lange man schonen sollte. Resultat vorhersehbar: Noch mehr Gewicht, jetzt häufige Infekte. Man wird immer kränker.

    „Nach panischer Angst, mit Mitte 20 zum Invaliden zu werden, habe ich meinen Arzt um Hilfe gebeten und nur Schulterzucken geerntet.“

Schulterzucken. Wie soll ich das kommentieren, ohne auszurasten. Ich hab´s ja persönlich erlebt.

    „Ich habe mein Auto verkauft, bin mit dem Rad zur Arbeit gefahren, bis die Schmerzen weniger wurden.“

Holla! Aufgepasst! Nix Schonung. Kaum benutzt man das Knie, werden die Schmerzen eben doch weniger. Haben Sie mir nun immer und immer wieder geschrieben.

    „Dann das Laufen angefangen. Nach drei Monaten Anfängerpläne wollte ich schon aufgeben, weil ich dachte „so ein langweiliger Sport“. Dann Greif entdeckt und danach Vollgas! Über die Greif-Seite auf Sie gekommen. Etliche Bücher und die Newsletter gelesen und meine Ernährung auf low carb umgestellt. Ein bis zwei Kilo Rohkost, drei Eiweißshakes, Quark, Nüsse, Fisch und Fleisch. Bloß meine Nudeln zur Belohnung am Tag von langen Läufen über zwei Stunden, die gönne ich meiner Seele.“

Kommentar: Ein entscheidender Schritt. Bewegung alleine nützt nichts. Es muss die Ernährung hinzukommen. Resultat?

    „Dieses Jahr meinen ersten Halbmarathon absolviert. Keine Schmerzen, keine Infekte… Von 107kg auf 88kg reduziert. Ziel: Halbmarathon 2017 in 1:45, gerne schneller. Und Gewicht auf 70kg reduzieren. Ich bin zuversichtlich.“

Ein Leben mit happy end. Schon in jungen Jahren. Wir können uns alle leicht vorstellen, dass viele Menschen schon am Anfang stecken geblieben sind. Gleich nach der Unterschenkel-Thrombose. Und jetzt ihr Lebetag als Invalide verbringen. Schon mit dem Gelenkschaden im rechten Knie stehen bleiben. Immer dicker werden, immer kränker werden und chronische Reha-Klienten werden.

Sicher ganz häufig der Normalverlauf. Hier hat sich jemand selbst herausgestrampelt, hat sich trotz der Schmerzen bewegt und … gewonnen.

Kompliment!

 
 
 

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