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Sex, Schlager und die Wirtschaft

06.03.2020 | Gast News Nr. 134 von Ulrich Strunz jun.
 

Wenn Laura Müller wichtiger ist als unsere Wirtschaft und andere Nebenschauplätze, dann geht es uns noch gut. Am 2. März war Frau Müller die meistgesuchte Google Kategorie in Deutschland. Gefolgt von der Dax Kategorie und der Coronavirus Berlin Kategorie (siehe Grafik unten).

Wenn sich Menschen in ihrem Verhalten nicht sonderlich ändern, trotz neuer Bedingungen, dann nennt der Verhaltensökonom das einen „Metastabilen Systemzustand“. Der Verhaltensökonom ist deshalb so interessant, weil er die Bundeskanzlerin seit 2014 berät. Das nannte BILD noch den „Superjob“ (siehe von: DIRK HOEREN veröffentlicht am 24.08.2014 - 19:11 Uhr BILD hier geht's zum Artikel)


Wenn Sie also wissen möchten, wie „die da oben denken“, dann denken Sie am besten wie ein Verhaltensökonom.


Metastabile Zustände kann man vergleichen mit einem Drahtseilakrobaten, der jahrzehntelang in 1m Höhe trainierte. Und jetzt, ohne es zu wissen, in 10m Höhe übt. Das bedeutet metastabil.

Das kann schnell umkippen. Also der Akrobat kann umkippen. Und wenn er fällt, wird es chaotisch. Jetzt erinnert sich der Akrobat reflexartig an all die Routinen, die er eingeübt hat.


Hat er Fallroutinen eingeübt, die funktionieren, dann überlebt er vielleicht.


Ein Land, ein soziales System, agiert hier genauso. Weil wir uns alle dafür entschieden haben, immer weniger miteinander zu reden. Wir isolieren uns.


Wir agieren also zunehmend in einem Verbund aus Einzelpersonen.


Und wie konnte der Akrobat übersehen, dass er plötzlich in 10m Höhe und nicht mehr in 1m Höhe trainiert?

Haben wir gemessen (Chlupsa & Strunz, 2019; Strunz & Chlupsa, 2019). GEMESSEN!

Das nennt sich Selbsttäuschung. Schon die primitivsten Aufgaben, die uns die Wirklichkeit stellt, also der Alltag, können dafür sorgen, dass wir uns täuschen. Und der Grad der Selbsttäuschung ist blöderweise auch noch von Land zu Land unterschiedlich. Je nach Lernumgebung (Strunz, 2019).

Der Sturz in das Chaos ist also in jedem Land grundsätzlich möglich und tatsächlich unvermeidbar. Besonders wenn verschiedene Lernumgebungen aufeinander treffen (Clash of Cultures). Wir reden von einem unlösbaren Problem, solange es Menschen gibt. Falls Sie also etwaige Stürze in der Zukunft meistern möchten…


…dann hören Sie auf meinen Vater! Er hat den „Sturz“ nicht nur gemessen, so wie ich.

Er hat den Sturz überlebt.


So langsam dämmert es mir, wie sehr er mit allem Recht hat, und hatte. Und Sie? Dämmert es?

Mein Schreibtischschutzschild habe ich jetzt um Vitamine ergänzt, dazu daheim wieder massig Eiweißpulver und Höhenmetertraining. Ich habe noch viel zu lernen.

 


Quelle:

Chlupsa, C., & Strunz, U. G. (2019). Overcoming mental models in complex problem solving. 2019 NeuroPsychoEconomics Conference Proceedings, 19. Washington, DC: Association for NeuroPsychoEconomics.


Strunz, U. G. (2019). Non-Routine Problem Solving Performance by Country Origin. In P. Suresh (Ed.), Proceedings of 270th The IIER International Conference (pp. 58–65). Florence, Italy: Institute for Technology and Research.


Strunz, U. G., & Chlupsa, C. (2019). Overcoming Routine: A 21st Century Skill for a 21st Century Economy. International Journal of Economic Sciences, 8(2), 109–126. https://doi.org/10.20472/ES.2019.8.2.008

 
 

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