Sie blöder Hund!

01.10.2018
 

Gilt in Bayern als Kompliment. Höchster Respekt! Verneige mich! Normalerweise nicht meine Sprache, aber…. ist mir spontan rausgerutscht. Im Sprechzimmer. Als mein Gegenüber, 48 Jahre alt, mich fragte, wie er

seine Marathonzeit von 2:41 h
noch verbessern könne

So ein Depp! Ebenfalls ein Kompliment. Gegen solch spontane Gedanken kann ich mich nicht wehren. Was gibt es da zu verbessern? Das ist doch eine ganz unglaublich gute Zeit!

Dummerweise habe ich erst gestern einem 49-jährigem mit einer Marathonzeit von 2:32 (im 49.ten Lebensjahr!) erklären müssen, was gesellschaftspolitische Verantwortung ist. Auf die er sich bitte besinnen solle. Er schrecke ja den gesamten Lauf-Nachwuchs ab. Bei solchen Zeiten resigniere ich, weine ein bisschen und höre das Laufen auf….

Zurück zu dem „blöden Hund“, korrekt mit „Sie“ tituliert. Den kannte ich nämlich. Der war vor Jahren schon einmal dagesessen mit einer beidseitigen Kniegelenks-Arthrose, ständigen Schmerzen und dem üblichen Rat der Ärzte. Dann habe ich ihn – natürlich falsch – beraten und er fing das Laufen an. Ist inzwischen einer der besten Berg-Marathon-Läufer Europas. Hat sogar den Swiss Alpine (78 km) in seiner AK gewonnen,  wurde insgesamt sechster. Eine ungeheuerliche Leistung für einen 48-jährigen. Aber hören Sie ihm doch selbst zu:

„Ich höre nicht auf,  JEDEM Gast, welcher sich über meine Erfolge wundert, zu sagen, dass Sie es waren, welcher entgegen der vernichtenden Prognose der Ärzte im örtlichen Krankenhaus sagten, ich soll anfangen zu laufen. Diese meinten, ich müsse mich schonen, weil die Arthrose meine ständigen Schmerzen in beiden Knien verursacht und man dagegen nur spritzen kann, ich dafür aber zu jung wäre. Aber mal ganz ehrlich, Ihre Empfehlung war für mich fast gleich grausam wie die Prognose der Ärzte. Nach 10 Minuten langsamsten Lauf in Mallorca hatte ich Krämpfe in den Waden, ich war k.o. und – haufenweise ältere Zahnärzte ließen MICH halt alt aussehen.

Der war also auf dem forever-young-Seminar auf Mallorca. Hauptsächlich Zahnärzte. Die mag ich, weil per Ausbildung tüchtig. Die bemühen sich, die wollen wirklich.

Weshalb ich den „blöden Hund“ so „falsch“ beraten habe? Weil ich etwas wusste. Ich selbst saß einmal als kleines Häuflein Elend vor einem Professor (Waldkrankenhaus Uni Erlangen), der guckte sich meine Bilder an und meinte: Kaputter können Knie nicht sein. Dann ist es eh wurscht. Ob Sie den ganzen Tag rumsitzen oder Tennis spielen…. hier: Nehmen Sie diese Schmerztabletten, spielen Sie! Und den hab ich ernst genommen.

Der wusste etwas: Bewegung heilt. Man muss sich anfangs nur trauen. Schmerzen aber lassen den Menschen leider immobil werden. Völlig natürliche Reaktion. Trotzdem falsch. Spezialgebiet von Müller-Wohlfahrt. Auf dieser Einsicht beruht übrigens dessen Erfolg.

Der „blöde Hund“, dem ich mit diesen News das „Du“ anbieten möchte, (denn „du blöder Hund“ klingt viel echter) besitzt ein kleines, feines Luxushotel in den Südtiroler Bergen. Und nennt sich selbst „wohl einen der fanatischsten Strunz-Bewunderer“. Lebt forever-young. Das mein ich wörtlich.

In seinem Hotel nimmt er sich der Gäste sehr persönlich an. Läuft mit ihnen. Täglich. Trainiert sie. Täglich. Füttert sie. Täglich. Er selbst hat 7% Körperfett. Das, was er auftischt, muss also sehr, sehr überlegt sein.

Weil Sie mich ja doch fragen, und weil es keine Werbung ist, da das Luxushotel wohl ständig ausgebucht sein dürfte: „Das Land-Palais“, nachzulesen unter www.landpalais.com.

Etwas human touch? Der Bursche ist das 13.te Kind einer Großfamilie. Vielsagend. Und baut soeben das zweite Luxushotel. Gewinnt regelmäßig beim Marathon seine Altersklasse, legt aber großen Wert darauf, dass er auch in der Gesamtwertung ganz vorne dabei sei. Recht hat er.

PS: In meinem persönlichen Weltbild trägt er einen Stern deshalb, weil er beim Swiss Alpine den Eike Loch überholt hat. Immerhin Marathon 2:17 h. Und den Cox Martin, Marathon 2:12 h. Dass er dann auch noch 27 Minuten schneller war als ich…. also nur 7:04 h brauchte…. erklärt sich wohl mit dem „13.tes Kind einer Großfamilie“.

Größten Respekt!

 
 

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