Sieg über die Gene

04.04.2013
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Die moderne Genetik, das Human Genome Project, haben uns zwar aufregende wissenschaftliche Erkenntnisse, aber für die gelebte Praxis der Menschheit vor allem eines gebracht: Verwirrung. Zunehmendes Unwissen. Das Konzept "ein Gen - eine Krankheit" war falsch.

Für den Menschen da draußen, außerhalb der Labors, also für Sie und mich, ist in erster Linie geblieben: Fatalismus. Etwas ganz Schlimmes. Resignation. Woher ich das weiß?

Aus Ihren Briefen. Soeben wieder ein Mensch mit Maculadegeneration. Bei dem irgendwelche Gene gefunden wurden. Und der jetzt felsenfest überzeugt ist: Gegen Gene kommt man nicht an. Ich habe keine Chance. Nichts falscher als das. Gegenbeispiele gibt es inzwischen Hunderte. Sind leider dem deutschen Normalmenschen, leider auch deutschen Ärzten in der Regel nicht bekannt (Warum? Beantwortet Prof. Antes, Freiburg, siehe News vom 09.01.2009). Medizinische Wissenschaft widerlegt Fatalismus, widerlegt Verzweiflung. Dazu lese ich gerade eine aufregende Studie aus dem Jahre 2011 (Proc Natl Acad Sci 108;4135). Da ging es um Ausdauertraining bei besonders benachteiligten Mäusen.

Ein bestimmter Mäusestamm altert besonders schnell und stirbt früh, weil die Erbinformation der Mitochondrien sehr anfällig für Mutationen ist. Die Mitochondrien funktionieren bereits sehr früh im Leben dieser Tiere nicht mehr gut. Solche Mäuse gibt's eben. Natürlich künstlich gezüchtet.

Das hat zur Folge, dass bei den Tieren schon im Alter von 6 Monaten viele typische Alterskrankheiten auftreten. Jetzt kommt's:

Resultat: Die trainierten Tiere lebten eine normale Mäuselebensspanne lang und bekamen auch nicht verfrüht Alterskrankheiten. Auch der sonst bei ihnen typische Gewichts- und Muskelverlust trat nicht ein.

Sensationell. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn sie so etwas lesen. Mich packt buchstäblich "heiliger Schauer".

Simples, schlichtes Ausdauertraining, also tägliches Joggen führt zu einer dramatischen Veränderung von "schlechten Genen". Muskeln bekommen mehr Mitochondrien, die arbeiten und atmen besser, es entsteht mehr Kraft und Energie. Geht es nicht auch in Ihrem Leben um diese zwei Begriffe?

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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